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ie Vergrößerung der EU um zehn Staa ten - von einer "Ost-Erweiterung" zu sprechen wäre falsch, liegt doch Prag westlich von Wien - kommt immer näher. Spät aber doch steigt das Bewusstsein, dass uns nur mehr 37 Tage von diesem historischen Schritt trennen. Und das hat natürlich auch drastische Auswirkungen auf das Angebot, mit dem man seine karge Freizeit verbringen könnte.
Für Leseratten etwa sind in den vergangenen Wochen zwei interessante Bücher erschienen, die völlig konträre Aspekte der EU-Erweiterung beleuchten: Der Co-Chef der Wiener Börse, Erich Obersteiner, hat gemeinsam mit Paul Putz sieben "Megatrends" (Linde Verlag) erarbeitet, auf deren Basis sich für Österreicher tausenderlei Chancen ergeben. Negative Worte über die neuen EU-Staaten finden sich in dem Buch nur vereinzelt - diese kann man aber zuhauf im neuen Werk des deutschen Star-Journalisten Udo Ulfkotte nachlesen. "Grenzenlos kriminell" (Bertelsmann Verlag) listet, im Hauptteil des Buches fein säuberlich nach Ländern geordnet, unerhörte Spitzen der Kriminalität auf, die in vielerorts - leider - noch immer das Geschehen prägen.
Auch in Wiens Museen und Galerien häufen sich Ausstellungen von und mit osteuropäischen Akteuren. Die Bawag Foundation (1., Tuchlauben 7a) etwa präsentiert zwölf Künstler aus Pressburg, Budapest, Laibach, Prag und Wien, die sich mit Integration und Ost-Exotisierung auseinander setzen. Viel zu wenig von der Öffentlichkeit beachtet rackert sich unweit des Donaukanals das Collegium Hungaricum (2., Hollandstraße 4) redlich ab, um ungarische Kulturleistungen zu zeigen. Heute ab 18 Uhr wird eine Ausstellung mit 70 Uhren aus dem Museum für Kunstgewerbe Budapest eröffnet. Eines der Prunkstücke: ein niederländischer Zierschrank mit türkischem Ziffernblatt.
In der Wiener Hauptbücherei (7., Urban-Loritz-Pl. 2a) diskutieren heute lauter Migrations-Tausendsassa von Lisl Ponger bis zu Goran Rebic über "Migrationskunst" - eingebettet in die Gastarbajteri-Ausstellung des Wien Museums.