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enn tatsächlich alles relativ ist, könnte einem vieles relativ wurscht sein. Ist es aber nicht. Mich zum Beispiel beschäftigt seit Tagen, dass ich mir relativ sicher bin, Whoopi Goldberg in einer heruntergekommenen Wiener Vorstadt-Bäckerei beim Verzehr eines Apfelstrudels gesehen zu haben. Was dagegen spricht: Wenn es (Whoopi in Vienna) so wäre, hätte man wohl irgendwo etwas darüber gelesen - was Sie andererseits ja gerade tun. Was - neben meiner höchstpersönlichen Wahrnehmung - dafür spricht: Wenn ein Hollywood-Star gern anonym unsere Stadt besuchen wollte, wohin ginge er wohl? Auf die Kärntner Straße? In die Kapuziner-Gruft? Ins Sacher? Eben!
Relativ gelassen kann man, so man nicht nominiert ist, der Oscar-Verleihung am 29. Februar entgegensehen, die übrigens diesmal nicht Frau Goldberg präsentiert (weshalb sie auch ohne weiteres unerkannt in Wien herumhängen könnte). Vorbereiten sollte man sich dennoch auf die Nacht der Nächte, indem man sich bis dahin die Kandidaten für den Besten-Film-Oscar anschaut: "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs", "Lost in Translation", "Master and Commander", "Mystic River" (im Kino) und "Seabiscuit" (schon auf Video). Wobei nur "Lost in Translation" und "Mystic River" mit gutem Gewissen zu empfehlen sind.
Relativ leicht fällt ein Tipp für all jene, die Bildschirme meiden wollen: Man lese Christoph Heins "Landnahme". Anhand des Schicksals des aus Polen vertriebenen Bernhard Haber wird aus fünf Perspektiven deutsche Nachkriegsgeschichte erzählt. Gescheit, unterhaltsam und vor allem ohne Zeigefinger.
Relativ sinnlos ist es angesichts des nahenden Frühlings, Rezepte für Kalorienreiches zu empfehlen. Zu viele Kolleginnen mühen sich derzeit mit Krautsuppen-Tagen und löffeln becherweise Frischkäse, der im Mund immer mehr zu werden scheint. Da doch lieber Joghurt in allen Varianten: Mit Frucht oder natur, mit Honig oder Ahornsirup, und wer was beißen will, tut ein paar Körndln dazu. Relativ am Schluss noch eins: Und sie war es doch!