Literatur, Musik, Chemie: Leben mit dem Schönen

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uch Monster können schön sein. Wie Umberto Eco in seiner "Geschichte der Schönheit" (Hanser Verlag) mit Texten und Bildern belegt, war das Hässliche lange Zeit aufgeladen mit Symbolik - die wir heute nur mehr schwer verstehen. Ein herausragendes Beispiel: Hieronymus Boschs Weltgericht in der Akademie der Bildenden Künste (1., Schillerplatz 3). Leichter fällt uns das bei der Darstellung der Schönheit - und Ecos meisterhafte Darstellung macht die stets wechselnden Prinzipien der Ästhetik von der griechischen Kunst bis zum Pirelli-Kalender verständlich.

Eine, die ihr Leben aufs Spiel setzte, um schön zu sein, war Kaiserin Elisabeth. Ein faszinierendes Utensil ihres Schönheits- und Schlankheitskults ist im Sisi-Museum in der Wiener Hofburg zu bestaunen: eine Presse, mit der der Saft aus einem Stück rohen Fleisch zwecks Konsum ausgepresst wurde. Wenn man sich als Österreicher in der Touristen Gefilde begibt, sollte man gleich einen adäquaten Führer parat haben - empfehlenswert das neue Buch "Die Hofburg Wien" (Ueberreuter).

Massenhaft zu hören gibt es heute in Wien schöne Musik. Im Birdland (3., Landstraßer Hauptstraße 2) spielt um 21 Uhr Hausherr Joe Zawinul auf. Der Reigen (14., Hadikgasse 62) wartet um 20.30 Uhr mit einer Spezialität auf, die vor allem die Herzen der über 35-Jährigen höher schlagen lässt: Spyro Gyra ist seit fast 30 Jahren Aushängeschild des Pop-Jazz, unvergesslich etwa das Live-Album "Access All Areas" (1984). Auch das Porgy & Bess (1., Riemergasse 11) bietet dieser Tage ein hoch-ästhetisches Programm: Geladen sind Musiker aus Serbien und Montenegro, heute um 20 Uhr die Sängerinnen Tanja Jovicevic und Bilja Krstic.

Und: Auch die Chemie kann schön sein - wie man bei der österreichweit laufenden "Woche der Chemie" (www.wochederchemie.at) erfahren kann. Zwei, denen es oft gelingt, die abstrakte Ästhetik zu vermitteln, sprechen heute um 20 Uhr im Rathaus (1., Lichtenfelsgasse 2): Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn und Wiens Star-Chemiker Peter Schuster.

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