Kommen nach drei fetten Jahren jetzt möglicherweise die drei mageren? Faktum ist, dass sich das verblüffende Wachstum der russischen Wirtschaft, das auf den riesigen Ausgaben für den Ukrainekrieg und die Rüstung beruhte, nun deutlich abschwächt. Und das in einer Zeit, in der die USA neue Sanktionen verhängt haben und mit weiteren drohen. Die Wirtschaftsprognosen für 2025 reichen nicht nur bis zu einer Stagnation und Stagflation, sondern auch bis zur Rezession. Und das, obwohl die Ausgaben für den Krieg um ein Viertel steigen sollen.
Von „schwierigen Zeiten“, die angebrochen seien, spricht denn auch Vasily Astrov, Russland-Experte des renommierten Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), im neuen Podcast der „Presse“ zur russischen Wirtschaft. (hier auf Apple Podcast).
Frustration bei Putin
Auch Kremlchef Wladimir Putin hält mit seiner Frustration über die wirtschaftliche Entwicklung nicht mehr hinterm Berg, berichtete am Donnerstag die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere Insider. Bei einem Treffen am 16. Dezember 2024, so erzählten sie, habe er hochrangige Wirtschaftsvertreter gescholten, nachdem er erfahren habe, dass wegen hoher Kreditkosten private Investitionen gekürzt würden.
Russland nach dem Urkainekrieg
Die Sanktionen des Westens seien an der Entwicklung sehr wohl mit schuld, sagt Experte Astrov im Podcast. Aber: „Ich glaube, die Probleme sind zum größten Teil hausgemacht“. Und sie werden seines Erachtens erst richtig zutage treten, wenn der Ukrainekrieg einmal vorbei ist.
Wo wird es kritisch? Was ist die große Unbekannte? Und worauf muss sich auch der Westen einstellen?