Wandern Per Pedes Und In Büchern: Historische Fußwege

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ugegeben. Ein bisschen heiß ist es derzeit zum Wandern. Aber unbändige Lust, per pedes auf Entdeckungsreisen aufzubrechen, machen zwei eben erschienene Führer zu recht außergewöhnlichen Zielen: zu Relikten aus Kriegszeiten. Der Wiener Stadtarchäologe Marcello La Speranza beschreibt in "Burgen, Bunker, Bollwerke" historische Wehranlagen zwischen Passau und Hainburg (Leopold Stocker Verlag). Neben fundierter Hintergrundinformation zu den historischen Donau-Burgen findet man etwa auch eine Beschreibung der Reste der Maximilianischen Turmlinie, die ab 1830 rund um Linz erbaut wurde (und angeblich Vorbild für die Befestigung von Paris war). Oder der Relikte des Festungsgürtels, der 1866 rund um Wien gezogen wurde.

In den tiefen Süden Österreichs und darüber hinaus führt das Buch "Slowenien entgegen" (Drava Unikum), der in neun Tagesetappen von Klagenfurt nach Laibach (Ljubljana) die Zeugen der Rivalität zwischen Deutschen und Slowenen zeigt. Vollgepackt mit historischem Wissen, führt das Buch etwa nach Begunje, wo 12.134 Personen von der Gestapo festgehalten wurden. Wäre es nach den Nazis gegangen, dann würden die Karawanken heute übrigens "Hirschberge" heißen.

Wem es aber doch zu heiß zum Wandern ist, kann sich im Kulturradio Ö1 ab 15.06 Uhr an klassischen Bearbeitungen von Wanderliedern und ähnlichen pastoralen Kompositionen erfreuen. Oder man sieht Maschinen beim Wandern zu: In der Sonderausstellung "Uhr.Werke" auf der Burg Forchtenstein ist eine fast 400 Jahre alte Automatenuhr zu bestaunen, die sich bei jedem Stundenschlag um eineinhalb Meter vorwärts bewegt. Ein vergoldeter Bacchus - der aber leider keinen kühlen Wein reicht - prostet dem Betrachter zu, ein Vogel flattert mit seinen Flügeln, Tanzbären drehen sich im Kreise. Uhren üben übrigens schon seit langem eine ungemeine Faszination aus. Thomas von Aquin wird damit zitiert, dass er Uhren als vom Menschen geschaffene Wunderwerke der von Gott geschaffenen Natur gleich stellte.

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