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m Fasching kommen auch die Weinbauern auf lustige Ideen. Auf dem Maskenball der Weine hat sich Thermenwinzer Bernhard Stadlmann eine Prämierung für das beste Kostüm verdient. Seine jüngste Weißwein-Kreation nennt er "asia edition". Der Cuvée aus Zierfandler, Rotgipfler und Riesling wurde als idealer Begleiter für die asiatische Küche komponiert. Dem Traiskirchner Top-Winzer Stadlmann gelang ein toller Wein. Und vor allem: Er beweist, wie man die mitunter als altväterisch verschrienen Rebsorten Zierfandler und Rotgipfler zu einem jugendlich, modernen Lifestyle-Produkt aufmotzt.
Altweinbeißer mögen sich jetzt an Worten wie Lifestyle und aufmotzen in Verbindung mit Wein stoßen. Aber Wein ist schon seit Jahrhunderten ein aufgemotztes Lifestyle-Produkt. In Österreich ist er es leider erst seit zehn Jahren. In Frankreich zum Beispiel sind Weine wie Château Margaux und Château Lafite-Rothschild so begehrt, dass sie sogar gefälscht werden. Ich persönlich finde ja Wein-Fälscher noch erbärmlicher als Geldfälscher. Schließlich kann man Geld nicht trinken. Und mit einer Maskerade hat das nichts mehr zu tun, was der belgische Weinhändler Khaled Rouabah getan hat. Er hat 360 Flaschen der beiden Top-Weine - noch dazu Jahrgang 1900 - gepanscht und um 3000 Euro pro Flasche verkauft. Die Franzosen kennen bei maskierten Weinen keinen Spaß. Rouabah wurde diese Woche in Paris zu 18 Monaten bedingter Haft und 300.000 Euro Strafe verurteilt.
Sehr beliebt im Fasching sind kleine Accessoires. Rote Nasen, falsche Bärte. Der Riesling des Langenloiser Weinguts Jurtschitsch-Sonnhof schmückt sich seit kurzem mit einer Goldmedaille. Diese errang er beim internationalen Wettbewerb "Riesling di Monde" in Straßburg. 326 Winzer aus elf Ländern stellten sich der gestrengen Jury. Dass die Österreicher mit den weltbesten Rieslingen mithalten können, ist ohnehin kein Geheimnis mehr. Im Vorjahr hatte Winzer Erich Machherndl eine Goldene aus dem Elsass mit in die Wachau genommen.