US-Wahl: "Präsident ist ein erbärmlicher Versager"

George W. Bush ist das Feindbild Nummer eins bei den Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten. Aber dann folgt schon ihr Mitbewerber, der Überraschungsmann Howard Dean.

WASHINGTON. Bei der zweiten Fernsehdebatte schossen sich die demokratischen Präsidentschaftskandidaten in den USA auf zwei "Feinde" ein: auf Amtsinhaber George W. Bush und auf Parteifreund und Konkurrent Howard Dean. Der frühere Gouverneur von Virginia hatte im Sommer einen Höhenflug erlebt und wird nun als aussichtsreichster Kandidat gehandelt. Er wurde von den anderen Bewerbern heftig angeschossen. Dennoch: "Ich habe es mir schlimmer vorgestellt", meinte Dean nach der Debatte in New Mexico in der Nacht zum Freitag.

Die Angriffe, vor allem von Senator Joseph Lieberman, waren von großer Aggressivität: Die Wirtschaftspläne Deans würden von einer "Bush-Rezession" zu einer "Dean-Depression" führen, meinte Lieberman. Und Dennis J. Kucinich kritisierte, mit seien Plänen könne der Ex-Gouverneur vielleicht in einem kleinen Bundesstaat wie Vermont Erfolg haben, niemals aber in den USA.

Der Hauptfeind des Abends aber war US-Präsident George W. Bush, den alle acht Diskutanten - der neunte, Al Sharpton, saß bei schlechtem Wetter in New York fest - vor allem wegen der Lage im Irak heftig attackierten. Auch Lieberman, der immer für den Krieg war, sprach nun von einem Versagen der USA nach dem Ende der Kampfhandlungen. Seine Lösung: Mehr Truppen in den Irak.

Er stand auf verlorenem Posten. John Kerry, Vietnam-Veteran mit drei Tapferkeitsmedaillen, plädierte für eine Verkleinerung der Truppenpräsenz; Dean forderte überhaupt einen völligen Rückzug. Andere meinten, man solle das Kommando der UNO übergeben. Den größten Applaus erhielt aber Dick Gephardt, als er die ganze Debatte über die Politik Bushs mit der simplen und deftigen Aussage zusammenfasste: "Dieser Präsident ist ein erbärmlicher Versager."

In den anderen Punkten waren sich die sieben Männer und die eine Frau, Carol Moseley Braun, weitestgehend einig: Gesundheitsversicherung entweder für alle oder für die ärmeren Bevölkerungsschichten; Rücknahme der Steuerkürzungen von Bush; ein ausgeglichenes Budget.

Die Debatte fand an der Universität von New Mexico statt - ein Tribut an die spanische Minderheit. Mehr als 40 Prozent der Einwohner New Mexicos sind Hispanics, insgesamt leben 40 Millionen in den USA. Die Hispanics sind mittlerweile die größte Minderheit. Die Fragen wurden in Spanisch und Englisch gestellt, die Debatte im öffentlichen TV-Kanal PBS wurde simultan ins Spanische übersetzt. Und die Kandidaten taten alles, um ihre Spanisch-Kenntnisse zu demonstrieren.

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