USA: Raketenschmuggler verhaftet

Undercover-Agenten des FBI und der CIA gelang ein spektakulärer Fang: Ein Waffenhändler schleuste eine russische Lenkwaffe in die USA.

Washington / New York. Es war keine kleine Aktion: Der russische Geheimdienst war involviert, die amerikanische Bundespolizei FBI und angeblich auch der US-Geheimdienst CIA. Das Ergebnis: Die Verhaftung von Hekmat Lakhani.

Der gebürtige Inder wollte eine Rakete in die USA schmuggeln, mit der Passagierflugzeuge abgeschossen werden können. Der Mann selbst soll keine terroristischen Aktivitäten geplant, sondern nur als Waffenhändler agiert haben.

Ausgangspunkt der Aktion war der versuchte Anschlag auf eine israelische Passagiermaschine im November vergangenen Jahres in Kenia. Damals schossen al-Qaida-Terroristen eine Boden-Luft-Rakete auf das startende Passagierflugzeug, verfehlten es aber. Seit diesem Vorfall konzentrierte sich das US-amerikanische Ministerium für Homeland-Security auf den Schwarzmarkthandel mit solchen Raketen.

Vor fünf Monaten wurde man dabei auf Hekmat Lakhani aufmerksam. Der britische Staatsbürger agierte seit Jahren als Waffenhändler und bot diese Raketen vom Typ SA-18/Igla an. Undercoveragenten des FBI und der CIA kontaktierten Lakhani und gaben sich als al-Qaida-Sympathisanten aus, die Anschläge in den USA durchführen wollen.

Nach einem Treffen mit den vermeintlichen Terroristen flog der Brite nach Russland, um dort die SA-18 zu kaufen. Dabei wurde das FSB, die Nachfolgebehörde des Geheimdienstes KGB, auf den Mann aufmerksam und kontaktierte die ohnehin informierten US-Behörden. Schließlich verkauften FSB-Agenten die begehrte - und unschädlich gemachte - "Igla" an Lakhani.

Als medizinisches Gerät deklariert, verschiffte Lakhani die Waffe nach Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) und flog am vergangenen Sonntag selbst in die USA, um die Übergabe zu organisieren. Nach zwei Tagen Überwachung, in denen er nach FBI-Angaben keine weiterführenden Kontakte hatte, schlugen die Behörden zu. Auch in New York wurden zwei Personen verhaftet, weil sie unerlaubt ein Büro für Geldüberweisungen betreiben: Über dieses Büro hatte das FBI das Geld an Hekmat Lakhani überwiesen.

Die SA-18/Igla ist eine Rakete, die von der Schulter abgeschossen wird und sich ihr Ziel selbstständig mit Hilfe eines Infrarot-Sensors sucht. Sie ist die russische Version der amerikanischen "Stinger"-Rakete und kann gegen startende oder landende Flugzeuge, die in niedriger Höhe fliegen, eingesetzt werden. Laut Angaben eines Waffenexperten wurden etwa 750.000 dieser SA-18 produziert, auf dem Schwarzmarkt sei die Waffe aber äußerst schwer erhältlich.

Die Festnahme des Waffenhändlers fiel mit einem Großalarm am JFK-Flughafen in New York zusammen. Dort hatten Männer nach Behördenangaben versucht, Zugang zu gesperrten Teilen des Flughafens zu bekommen. Mittlerweile schließt man aus, dass es sich um Terroristen handelte. Die Männer, meinte am Mittwoch ein Polizist, könnten sich auch einfach nur verlaufen haben.

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