Kalter Friede

rathausgeflüster

N
ach den Turbulenzen der vergan genen Monate sitzt Alfred Finz als Wiener VP-Chef wieder fest im Sattel. Weshalb, darüber gehen die Meinungen auseinander. "Die Probleme wurden nicht beseitigt. Es haben beide Seiten resigniert", ist aus der Rathausfraktion zu hören.

Finz war intern vorgeworfen worden, er kümmere sich nur um sein Staatssekretariat und vernachlässige Wien. Die geplante Neuorganisation der Stadtpartei verunsicherte manchen VP-Funktionär, der aus Angst vor einem Machtverlust umgehend am Sessel des Wiener VP-Chefs zu sägen begann.

Nun gebe es einen unausgesprochenen Deal, erklärt ein Finz-Kritiker: "Wir lassen dir deinen Staatssekretär, dafür lässt du uns unsere Spielwiese." Deshalb seien Teile der Organisationsreform zurückgenommen worden: "Ursprünglich hätten jeweils drei Bezirke einen Regionalmanager vorgesetzt bekommen sollen, der die VP-Arbeit bezirksübergreifend koordiniert. Nun bekommen das nur Bezirke, die das ausdrücklich wollen."

Im Lager des Wiener VP-Chefs heißt es: "Es gibt keinen Stopp der Organisationsreform. Sie wird nur langsamer entwickelt." Die Kommunikationsprobleme im Zusammenhang mit der Reform seien ausgeräumt. Friede gebe es nicht zuletzt, da Finz im Zuge der verschiedenen Diskussionen deutlich an Profil gewonnen habe. Das hätten auch Kritiker zugeben müssen.

In der Partei herrscht (kalter) Friede. Aber die VP-Funktionäre wenden ihre Angriffe nicht mehr gegen Parteikollegen, sondern gegen die SPÖ: Jeden Montag wird sich ein VP-Politiker in Form einer Pressekonferenz mit "Versäumnissen der Stadtregierung" beschäftigen. Bei aktuellen Themen (Ladenschluss) zeigt die VP deutlich Kanten: Und immer mehr VP-Politiker, zuletzt Landesgeschäftsführer Norbert Walter, überraschen mit ungewohnter Angriffslust.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.