Der Countdown läuft

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er Jubiläums-Marathon - heuer war's das 20. Mal - ist Geschichte. Nicht alle, die sich angemeldet haben, sind gelaufen. Nicht alle, die gelaufen sind, sind im Ziel angekommen. 42,195 Kilometer sind ein weiter Weg. Ungefähr so weit, als liefe man von Wien nach Eisenstadt. Und doch: Rund 9000 Menschen haben die volle Marathon-Distanz geschafft. Viele von ihnen fühlten sich als Helden, als sie auf dem gleichnamigen Platz ankamen. Sie schwebten in der glücklichen Illusion, von nun an sei alles möglich.

"Jeder Marathon ist anders" und "Ein Marathon wird im Kopf gelaufen": zwei Phrasen, die trotz ständiger Strapazierung stimmen. Da Wien angeblich "anders" ist, muss es wohl auch der Wien-Marathon sein. Er ist es auch: Wien ist nicht New York, wo sich Tausende verkleidete und/oder bemalte Freaks unter das Lauf-Volk mischen; nicht Berlin, wo eine Million Menschen eine unübertroffene Streckenrand-Party feiert. In der Bundeshauptstadt zu laufen bedeutet vom neuen Wien (Skyline-City auf der "Platte") über eine (Reichs-)Brücke ins alte, also historische Wien zu laufen. Laufen verbindet - in Wien, entlang so vieler Sehenswürdigkeiten, auf ganz besondere Weise.

Warum 42 Kilometer? Wer läuft schon freiwillig bis nach Eisenstadt? . . . eben. Aber gerade weil man dies gemeinhin nicht tut; gerade weil nicht jeder die Lust an der Qual sucht, bewahrt der Marathon seinen Mythos. 42 Kilometer deshalb, weil danach jeder ein Sieger ist. Und wer erstmals oder einmal mehr Sieger sein will - dem sei gesagt: Der Countdown zum Wien-Marathon 2004 läuft.

manfred.seeh@diepresse.com

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