Leichen im Keller

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er Erfolg der Grünen bei der NÖ- Landtagswahl am 30. März blieb nicht ohne Folgen. Mit 7,22 Prozent rangiert man nun als drittstärkste Partei im St. Pöltner Landtag und erhält erstmals Klubstatus.

Der Erfolg unter Madeleine Petrovic hat auch personelle Auswirkungen. Der Grüne Klubdirektor im Parlament, Robert Luschnik, verstärkt künftig die Landespartei. Er gilt innerhalb der Partei als brillanter Taktiker und soll das Angriffspotenzial deutlich erhöhen.

Mit Luschnik wechselt ab Sommer auch der Sprecher der Wiener Grünen, Rudi Leo, in das Landhaus. Der bisherige Landessprecher Alexander Millecker räumt (unfreiwillig) seinen Sessel und geht zu den St. Pöltner Grünen.

Künftig werde Landeschef Erwin Pröll etwas kennen lernen, was er bisher nicht vermisst hatte, kündigen die Grünen an: harte, kantige Opposition. Denn die FP-NÖ ist kaum existent; die Landes-SP kusch(el)t.

Besonders wichtig für die grüne Oppositionsrolle: Dank Klubstatus ist man in allen Ausschüssen vertreten. Man besitzt dort kein Stimmrecht, bekommt aber wichtige Informationen, von denen man früher abgeschnitten war. Außerdem spielt das Personal (drei Angestellte für das Büro, darunter Luschnik), die Mandatare für die politische Arbeit frei.

Die NÖ-Grünen freuen sich auf die politische Auseinandersetzung mit der "absoluten VP": "Die haben sicher Leichen im Keller." Um diese zu finden, wird auf ihrer Internet-Seite eine Art Briefkasten eingeführt. Für anonyme Hinweise, wo Leichen zu finden wären.

martin.stuhlpfarrer@diepresse.com

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