Die Privatisierung wird immer turbulenter.
SOFIA (ag). Die Verkaufsverhandlungen um den bulgarischen Tabakkonzern wurden nun laut bulgarischen Medienberichten unterbrochen, bis der Verfassungsgerichtshof über ein Verfahren gegen die Vorgangsweise der bulgarischen Regierung entschieden hat. Damit wird nicht vor 3. April gerechnet. Zudem herrscht zwischen der Privatisierungsagentur und dem Wirtschaftsministerium Verstimmung: Der Minister hat der Agentur jegliche Weitergabe von Informationen nach außen untersagt. Auch das Bulgartabak-Management wird nun nervös: Sollten sich die Verkaufsverhandlungen noch länger hinziehen, sollen sechs der neun Tabakfabriken geschlossen werden.
Wie berichtet, hat die Regierung die Privatisierung von 15 Staatsbetrieben der richterlichen Kontrolle entzogen, nachdem im Herbst ein Gericht den Verkauf von Bulgartabak an Tabacco Capital Partners gekippt hatte. Dieses Konsortium unter Führung der Deutschen Bank hat erneut den Zuschlag bekommen, in der Vorwoche scheiterte aber die Einigung über ein Memorandum. Unter den Bietern ist auch Ex-Austria-Tabak-Chef Beppo Mauhart, dessen Konsortium Tobacco Holding eine Klage eingebracht hat, über die am 14. Mai verhandelt wird.