Manager und Soldaten in den Irak

Wirtschaftskammer und Bundesheer planen gemeinsam einen Irak-Einsatz. Soldaten und Wirtschaftsexperten sollen einem UN-Kontingent angehören - und für Aufträge sorgen.

WIEN. Auch die österreichische Wirtschaft will am Wiederaufbau des Irak teilhaben. Um Krieg und Geschäft zu vereinbaren, ziehen nun die österreichische Wirtschaftskammer und das Verteidigungsministerium an einem Strang. "Es ist geplant, nach dem Krieg nicht nur UN- Soldaten, sondern auch Wirtschaftsexperten in den Irak zu schicken", sagt Walter Koren, Chef der Abteilung Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer.

Koren bestätigt der "Presse", dass es mit dem Verteidigungsministerium "informelle Vorgespräche" gegeben hat. Die Manager im Irak sollen dann heimischen Firmen helfen, am großen Wiederaufbau-Geschäft teilzuhaben. Aus diesem Grund gründet die Wirtschaftskammer die "Arge Wiederaufbau".

"Der Irak ist unabhängig von der politischen Konstellation immer ein starkes Liefer- und Abnehmerland im Mittleren Osten gewesen, wir haben gute Vor-Ort-Kenntnisse", meint Koren. Gute Chancen hätten Anbieter von Infrastruktur wie Wasser- und Beregnungsanlagen, von Medizintechnik und das Bau- und Baunebengewerbe.

Im Zuge des Programmes "Oil for Food" exportierten im vergangenen Jahr österreichische Unternehmen Waren im Wert von knapp 90 Mill. Euro in den Irak. Gleichzeitig importierte Österreich irakisches Erdöl im Wert von 176 Mill. Euro.

Franz Schröder war bis März Österreichs Handelsdelegierter in Bagdad. "Bis vor dem Krieg waren etwa 40 österreichische Unternehmen aktiv im Irak tätig" berichtet er der "Presse". Zwanzig weitere Firmen seien in Verhandlungen mit irakischen Unternehmen gestanden. Erst im November stellten Unternehmen wie VA Tech oder der Waffelmaschinen-Hersteller Haas bei der Internationalen Messe in Bagdad aus.

Dass Manager und Soldaten Seite an Seite den Wiederaufbau eines Landes begleiten, ist keine österreichische Erfindung. Nach dem Balkan-Krieg exerzierten die Briten vor, wie man Geschäfte einfädelt. Sie schickten mit den Kfor-Truppen auch Manager nach Ex-Jugoslawien. Fazit: Die lukrativsten Geschäfte am Wiederaufbau machten die Briten. Viele österreichische Unternehmen bekamen das damals schmerzhaft zu spüren. Nun will man es besser machen.

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