Ein neuerlicher Deal mit Haim Saban könnte bereits am Dienstag perfekt sein.
MÜNCHEN (ag./bau). Diesmal soll es ganz schnell gehen. Das Geld liegt auf einem Konto bei JP Morgan bereit, auf langes Gefeilsche wollen sich die Banken nicht mehr einlassen. Ein neues Angebot - gerüchteweise schon länger vorbereitet - liegt seit Sonntag offiziell auf den Tischen der Gläubiger und Masseverwalter der KirchMedia: US-Unternehmer Haim Saban will die Übernahme der ehemaligen Kirch-Sendergruppe ProSiebenSat1 nun doch perfekt machen. Der Gläubigerausschuss könnte schon am Dienstag eine Entscheidung fällen, sagte ein KirchMedia-Sprecher. Zu Details wollte er sich nicht äußern.
Das Angebot beläuft sich nach Medienberichten auf mehr als eine Mrd. Euro. Saban soll in einem ersten Schritt mehr als 500 Mill. Euro (7,50 Euro pro Aktie) für die 36 Prozent Stammaktien an ProSiebenSat1 bezahlen, die KirchMedia besitzt. Mit dem Aktienpaket sind zugleich 72 Prozent der Stimmrechte über den TV-Konzern verbunden. In einem zweiten Schritt wollen Saban und seine Partner für 200 Mill. Euro weitere 14,2 Prozent der Stammaktien kaufen, die derzeit bei der Kirch-Media-Tochter Taurus TV liegen. Hinzu kämen 280 Mill. Euro für eine Kapitalerhöhung bei der ProSiebenSat1-Gruppe. Außerdem seien mögliche Rückzahlungsverpflichtungen einer Hochzinsanleihe von ProSiebenSat1 in Höhe von 200 Mill. Euro abgesichert, hieß es weiter.
Ein erster Versuch Sabans, das milliardenschwere Herzstück der insolventen KirchMedia zu übernehmen, war Anfang Juni geplatzt. Dabei hatte sich der US-Investor offenbar finanziell übernommen.
Die beteiligten Banken haben das Angebot als "sehr seriös" eingeschätzt. Saban ist aber offenbar nicht mehr am Kauf der Kirch-Filmbibliothek interessiert.