Die Forschungssondermittel werden bald verteilt, eine langfristige Planung ist aber nicht möglich.
WIEN. Die Aufteilung der Forschungssondermittel - 600 Mill. Euro bis 2006 - kommt in die entscheidende Phase. Die zuständigen Minister haben sich nun auf einen Stufenplan geeinigt - allerdings nicht für den gesamten Kuchen, sondern nur für die erste Tranche von 180 Mill. Euro für 2004. Dadurch sind erneut keine längerfristigen Planungen für größere Programme möglich, wird in der Forschungsszene bedauert.
Konkret soll der Rat für Forschung und Technologieentwicklung Anfang Juli sieben Strategiefelder - von Human-Ressources bis zur Biotechnologie - definieren und die entsprechende Aufteilung der Mittel festlegen. Danach schlagen die Ministerien Programme und Projekte vor, die diesen Rahmen füllen. Dabei herrscht großer Zeitdruck, bis Ende Juli soll der Aufteilungsschlüssel stehen - denn die Vorlaufzeiten für viele Programme sind relativ lang.
Ungeachtet des Bekenntnisses der Regierung, die Neustrukturierung der Forschungslandschaft gemeinsam vorzunehmen, bastelt man in FP-Kreisen erneut an einer Gesellschaft, in der die Forschungsfonds des Infrastrukturministeriums zusammengefasst werden. Mit diesem Vorhaben ist Ex-Infrastrukturminister Mathias Reichhold gescheitert, sein Nachfolger Hubert Gorbach hat aber gleich nach Amtsantritt Sympathien für diesen Plan erkennen lassen.
Die Integration der Forschungsfonds FFF (für die angewandte Forschung) und FWF (Grundlagenforschung) in eine GmbH würde freilich das Ende für deren Autonomie bedeuten - wogegen Österreichs Forscher Sturm laufen.
Eine Zusammenlegung der Fonds fordert auch der Rechnungshof, dessen jüngster Prüfbericht derzeit bei den Forschungs-Fonds zur Stellungnahme aufliegt. Beobachter sprechen von einer rein politisch motivierten Forderung, da eine Fusion die Probleme der Fonds nicht lösen könne.