Die Forschungsstiftung bringt kaum neues Geld, sichert aber den Mittelfluss.
INNSBRUCK/WIEN (suk/ku). In der Forschungs-Szene bricht man ob der am Mittwoch präsentierten Nationalen Forschungsstiftung nicht in Jubel aus. So zeigte sich Georg Wick, Präsident des Wissenschaftsfonds (FWF), zurückhaltend. Unterm Strich sei damit zwar das Grundbudget des FWF mit 125 Millionen Euro gesichert. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte er zur "Presse", von "europäischen Horizonten" sei man aber "weit entfernt".
Wicks Skepsis hat gute Gründe: Gegenüber dem Status Quo fließt aus der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) kaum mehr Geld in die Forschung. Allerdings: Ohne die künftige Garantie von jährlich 75 Mill. Euro wären die OeNB-Mittel wegen der Zinsentwicklung 2004 auf unter 30 Mill. Euro gesunken. OeNB-Gouverneur Klaus Liebscher spricht nun von einer "Verstetigung der Ausschüttung".
Rätselraten herrscht über die 50 Mill. Forschungs-Euro aus dem ERP-Fonds. Infrastrukturminister Hubert Gorbach hatte am Mittwoch betont, dass man die Zustimmung der USA bereits eingeholt habe (der ERP-Fonds ist Nachfolger des "Marshall-Plans"). Am Donnerstag war davon keine Rede mehr: Es gebe zwar Gespräche, diese seien aber nicht abgeschlossen, hieß es. Die Umwidmung der ERP-Mittel in die Forschung führt zu einer Reduktion anderer Wirtschaftsförderungen.
Obwohl die neue Fördereinrichtung per Stiftungsgesetz eingerichtet wird, ist sie streng genommen ein Fonds, weil die Kapitalstöcke von OeNB und ERP unangetastet bleiben. Der mit 3,3 Mrd. Euro angegebene Kapitalstock ergibt sich nur fiktiv aus den Ausschüttungen. Die Stiftungs-Konstruktion ermöglicht es aber, künftige Mittel etwa aus der Privatisierung problemlos einzubringen.