Auslandseinkünfte, die wieder in die USA zurückfließen, sollen geringer besteuert werden.
Washington (ag). US-Firmen, die im Ausland verdientes Geld in die USA transferieren, zahlen dafür 35 Prozent Steuern. Republikanische Kongressabgeordnete diskutieren nun, den Steuersatz befristet für heuer auf 5,25 Prozent zu kürzen. Multinationale Konzerne würden dann bis zu 300 Mrd. Dollar (264 Mrd. Euro) ins Land transferieren, schätzen Analysten von J.P. Morgan. Die Investitionen würden sich zwei Jahre lang um zwei bis drei Prozent erhöhen, dies bringe im ersten Jahr etwa einen halben Prozentpunkt zusätzliches Wirtschaftswachstum. In einem Jahr würde die Steuersenkung so viel Geld in die Wirtschaft pumpen, wie die geplante Steuerreform um 350 Mrd. Dollar in einem Jahrzehnt, heißt es. Kritiker sehen in der diskutierten Steuersenkung ein überflüssiges Steuergeschenk, und fürchten, dass Firmen im Ausland geparktes Geld künftig nur während der "Steuerferien" in die USA bringen. "Es ist eine Möglichkeit, um Geld zum Fenster rauszuwerfen, aber es ist nicht nachvollziehbar, warum sich das Investitionsverhalten ändern soll", meint Robert McIntyre, Chef der Organisation "Bürger für Steuergerechtigkeit."