Die Forschungsmittel der Nationalbank könnten heuer niedriger ausfallen.
WIEN (ku). Die Geldnot, unter der die österreichische Forschungsszene derzeit leidet, könnte noch größer werden als befürchtet. Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, sagte am Donnerstag, dass auch die Forschungsmittel der OeNB heuer niedriger ausfallen könnten. "Wie wollen die Forschung weiter unterstützen, es ist aber klar, dass die angespannte Gewinnsituation auch auf uns nicht ohne Auswirkungen bleibt", sagte er. Nachsatz: Bei der deutschen Notenbank habe sich der Gewinn halbiert. In den vergangenen Jahren hat die OeNB jeweils rund 70 Mill. Euro in die heimische Wissenschaft investiert.
Unglücklich ist Liebscher über den "Erfindungsreichtum" der Politik, wohin OeNB-Mittel fließen könnten. "Es kann doch nicht sein, dass wir für Hochwasser, die Steuerreform, das Gesundheitswesen und für die Forschung zuständig sein sollen", ärgerte er sich. Unüberlegte Begehrlichkeiten würden das gesamte Förder-Vehikel OeNB gefährden, so Liebscher.
Kritik an der Regierung kam auch von SP-Technologiesprecher Josef Broukal: "Es ist schade, dass Österreichs Forschungsprofis auf Regierungsseite von Dilettanten behindert werden."