Grasser stoppt "Minerva"-Arbeitskreis

Grasser soll eine "österreichische Lösung" vorziehen.

WIEN (apa). Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat nach Informationen des "Kurier" den in der ÖIAG eingerichteten Arbeitskreis gestoppt, der laut einem aktuellen "profil"-Bericht den Verkauf des 34,7-prozentigen Staatsanteils an der voestalpine an Magna vorbereitet haben soll. Es werde keinen Verkauf an die Magna geben, Grasser wolle eine "österreichische Lösung", zitiert die Zeitung das Büro des Finanzministers.

"Inoffizielles" Eingreifen

Das Eingreifen Grassers, der zwar Repräsentant des Eigentümers, aber für die Privatisierung des ÖIAG-Anteils nicht direkt zuständig ist, sei "inoffiziell" erfolgt, schreibt der "Kurier".

"Inoffizieller" Arbeitskreis

Ebenso "inoffiziell" ist freilich auch der Arbeitskreis, der ein Konzept unter den Codenamen "Minerva" verfasst haben soll, in dem Möglichkeiten diskutiert werden, wie der Magna-Konzern die Kontrolle über 90 Prozent der voestalpine-Aktien erlangen könne. Dem Arbeitskreis sollen der ÖIAG-Vorstand, zwei Magna-Manager und vier Banker des Investmenthauses JP Morgan angehören. Die ÖIAG wollte die Existenz eines solchen Gremiums weder bestätigen noch dementieren und erklärte am Montag, ein Verkauf an Magna sei "nur eine Variante".

Kein Privatisierungskonzept

Offiziell liegt bis dato noch kein Privatisierungskonzept des ÖIAG-Vorstands für den voestalpine-Anteil vor. Bisher hatte die ÖIAG immer von einem drei Jahre andauernden "Begleitschutz" gesprochen, in dem der ÖIAG-Anteil auf 25 Prozent abgebaut werden, aber die Staatsholding als strategischer Investor erhalten bleiben solle.

Der ÖIAG-Vorstand sei wegen des Vorgehens in dieser Sache "rücktrittsreif", kommentiert der "Kurier". Die "Kronen Zeitung", die in ihrer Dienstagausgabe breit über die massive Kritik an dem Verkaufsplan berichtet, bezeichnet dagegen zwei ÖIAG-Aufsichtsräte als "rücktrittsreif" - Magna-Manager Siegfried Wolf und den ebenfalls im ÖIAG-Kontrollorgan sitzenden Industriellen Cornelius Grupp, der sich für die Schienensparte der voestalpine interessieren soll.

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