Unter zwei Prozent Teuerung im Euroraum erwartet OeNB-Gouverneur Klaus Liebscher. Der Euro ist kein großer Preistreiber gewesen.
WIEN (ps). Die Inflationsrate im Euroraum werde heuer auf unter zwei Prozent sinken, sagte Klaus Liebscher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Die Teuerungsrate in der Eurozone lag bis November bei 2,2 Prozent.
Mit ihrer Zinssenkung am 5. Dezember des Vorjahres habe die EZB ihrerseits alle Maßnahmen für ein inflationsfreies Wachstum gesetzt. Die weiteren Maßnahmen zur Nutzung des vorhandenen Wirtschaftspotentials in Europa müßten nun durch die Struktur- und Fiskalpolitik von den jeweiligen Regierungen gesetzt werden, meinte Liebscher.
Er bekräftigte, daß Euro-bedingte Preiserhöhungen die Inflationsrate im Jahr 2002 nur um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte erhöht haben. Im Großen und Ganzen sei der Euro daher kein "Teuro". Jeder kenne Einzelfälle, in denen es zu Verteuerungen gekommen sei. Liebscher nannte das "Gastgewerbe und Dienstleistungen, aber auch die öffentliche Hand - beispielsweise bei den Parkgebühren". Aber "nicht jede Preiserhöhung ist auf den Euro zurückzuführen". Außerdem führe die schlampige Umrechnung mit 14 statt 13,76 S zu subjektiv höheren Preisen.