EADS: Vier Milliarden Eurofighter-Kompensation "kein Problem"

"Vollkommene Transparenz" verspricht der Eurofighter-Produzent EADS bei den Kompensationsgeschäften.

Wien. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist sicher, ein Gegengeschäftsvolumen von vier Mrd. Euro für die Anschaffung der Eurofighter-Kampfjets durch Österreich "locker" abwickeln zu können: "Der Konzern setzt 30 Mrd. Euro um, davon 70 Prozent mit zivilen Produkten, und hat fast 170 Mrd. in den Orderbüchern stehen, da ist ein derartiges Volumen kein Problem", sagte der Strategie- und Planungschef von EADS, Reinhold Lutz, im "Presse"-Gespräch.

Es gehe vor allem um Zulieferungen im Hochtechnologiebereich, die mit umfangreichen Technologietransfers nach Österreich verbunden seien, meinte Lutz. Der gestern, Dienstag, erfolgte Startschuss für den Bau des Militärtransportflugzeugs A400 M biete zusätzliche Chancen, österreichische Firmen einzubinden.

Lutz betonte, die Gegengeschäfte würden "vollkommen transparent" abgewickelt, jeder könne sie per Internet verfolgen. Und wenn der Eurofighter-Kauf doch noch scheitere? Das würde, so Lutz, auf bestehende Geschäftsverbindungen - etwa der Airbus-Zulieferanten - keine Auswirkungen haben, es sei aber "die Frage, ob man künftige Geschäfte noch mit diesem Nachdruck verfolgen" werde.

Vier Mrd. Euro - das doppelte des Anschaffungspreises - sei ein ungewöhnlich hohes Volumen, "üblich" seien Kompensationen von etwa 100 Prozent. Österreich komme in den Genuss dieses hohen Volumens, weil es der erste Auftrag außerhalb der "Konsortialländer" Deutschland, Frankreich und Spanien sei und das Geschäft "Referenzcharakter" habe.

Laut Lutz erwartet EADS den Absatz von mehr als 1000 Eurofightern. Derzeit lägen 690 Fixbestellungen und 90 Kaufoptionen aus den Konsortialländern vor. Mit Griechenland werde über den Verkauf von 90 Kampfjets verhandelt, Singapur wolle 50 abnehmen, Norwegen habe vorerst an 48 Jets Interesse. EADS ist im Jahr 2000 aus dem Zusammenschluss der DaimlerChrysler Aerospace, der französischen Aerospatiale Matra und der spanische Casa entstanden. Der Konzern erzeugt unter anderem Airbus-Passagierflugzeuge, Helikopter und Raketensysteme.

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