BA-CA-Börsengang: Preispoker bis zur letzten Minute

Experten schätzen den Wert der BA-CA auf 4,4 Mrd. Euro. An der Börse kostet die gesamte HypoVereinsbank nur acht Mrd. Euro.

Wien. Die BA-CA, die am Montag ihren Börsengang startet, wird auf dem Kapitalmarkt in der Relation zur Größe höher eingeschätzt als ihre Mutter, die HypoVereinsbank (HVB). Im Vorfeld des IPO wurde die BA-CA auf Basis der für 2003 erwarteten Gewinne von Bankexperten im Schnitt mit 4,4 Mrd. Euro bewertet. Die Bandbreite reicht dabei von vier Mrd. Euro laut JP Morgan über 4,6 Mrd. laut Credit Suisse First Boston bis zu 4,7 Mrd. nach Einschätzung von Merrill Lynch. Als "Ausreißer" gilt die Citigroup, die den Wert der gesamten BA-CA auf rund sechs Mrd. Euro beziffert. Die HVB, die 2002 anders als ihre Tochter BA-CA Verluste schrieb und keine Dividende zahlt, hat auf Basis des aktuellen Aktienkurses von 15 Euro eine Marktkapitalisierung von rund acht Mrd. Euro. Die BA-CA wäre demnach mehr als die Hälfte der Gesamtbank wert. Der Buchwert der HVB lag Ende 2002 allerdings bei rund 14 Mrd. Euro. Per März 2003 dürfte der Buchwert der gesamten HVB (inklusive BA-CA) auf rund zwölf Mrd. Euro gesunken sein. Sie wird also derzeit zu rund zwei Drittel des Buchwertes gehandelt.

Um den Preis, zu dem 25 Prozent der BA-CA-Aktien auf den Markt kommen, wird bis zuletzt heftig gepokert. Das endgültige Preisband wird am Montag bekannt gegeben. Deutsche Fondsmanager sehen einen Kurs von 29 Euro pro Aktie als Obergrenze an, die HVB selbst wünscht sich einen höheren Kurs.

Die BA-CA geht davon aus, dass ihr Börsegang erfolgreich ablaufen wird. Ob er auf eine Überzeichnung hofft und wie stark diese sein könnte, wollte BA-CA-Aufsichtsratschef Gerhard Randa im Vorfeld nicht sagen. Eine andere, freilich kleinere Banktransaktion ging in dieser Woche höchst erfolgreich über die Bühne. Die skandinavische Swedbank gab ihre 2,3 Mill. Stück Erste Bank-Aktien ab. Diese waren binnen 20 Minuten vielfach überzeichnet, gab die mit der Platzierung der Aktien beauftragte Deutsche Bank bekannt. Der Deal hatte ein Volumen von 172,7 Mill. Euro.

Auch wenn der BA-CA-Börsegang mit 1,1 bis 1,3 Mrd. Euro weit größer ist, könnte der rekordverdächtige Verkauf des Erste-Pakets doch ein gutes Omen für den größeren Mitbewerber sein: Aktien von Instituten, die in Zentral- und Osteuropa stark verankert sind, stoßen derzeit offenbar auf starkes Interesse bei den Investoren.

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