Novomatic: Der Umsatzrückgang mit Sportwetten konnte mit Automaten und Kasinos mehr als wettgemacht werden.
Der heimische Glücksspielkonzern Novomatic muß die Organisationsstruktur dem rasanten Wachstum anpassen. Daher wird der Vorstand mit April um Ex-Felix-Austria-Chef Michael Baumgärnter und den Geschäftsführer der Novomatic-Automaten-Produktionstochter AGI, Ryszard Presch, verstärkt. Der bisherige Vorstand Johannes Hahn wird den Vorsitz übernehmen, teilte Aufsichtsratschef Herbert Lugmayr am Rande der International Casino Exhibition, der größten europäischen Fachmesse der Glücksspielbranche, in London mit. Einziges Problemkind des Novomatic-Konzerns ist die börsenotierte Sportwetten-Tochter Admiral. Hier gab es starke Umsatzeinbußen, so Lugmayr. Mehr als aufgefangen wurde das allerdings mit der Produktion von Automaten und dem Betrieb von Kasinos, wodurch der Konzernumsatz im Vorjahr von 255 auf 280 Mill. Euro gesteigert werden konnte.
Insgesamt befinde sich Novomatic damit auf Platz drei der europäischen Glücksspielkonzerne. Heuer soll laut Hahn die 300-Mill.-Euro-Hürde übersprungen werden. Das Ergebnis des zur Gänze im Besitz des Gründers Johann Graf befindlichen Unternehmens wird nicht bekanntgegeben, sei aber stärker als der Umsatz gewachsen. Hoffnungsmärkte für die nächsten Jahre sind Großbritannien und Italien. Auch in den Reformstaaten werde expandiert, als nächste Schritte sei an Südkorea und China gedacht.
Der Megatrend am Glücksspielmarkt komme aus den USA und laute "cashless", sagt Hahn. Novomatic fertige bereits seit zwei Jahren nur noch Automaten, deren Münzeinwurf durch bargeldloses Zahlen mit Karten ersetzt werden kann. Die Kasinos bieten dazu eigene Kundenkarten, die mit Geld aufgeladen werden können. Um das Gewinn-Gefühl nicht zu zerstören, werden die Geräusche der Ausschüttung simuliert. Auch für mehr Unterhaltung wird gesorgt: Die neuen Geräte haben zwei Flachbildschirme, einen für die Handlung, den anderen für das eigentliche Glücksspiel. Das Internet verschwinde nach und nach als Konkurrent von Kasinos. In den USA sei es zum Beispiel seit kurzem nicht mehr möglich, mit der Kreditkarte online zu spielen, so Hahn.