Klestils Verfassung

G
eehrter Herr Präsident Andreas Khol. Hier muss Abbitte geleistet werden. Bisher herrschte in dieser Rand-Glosse die ketzerische Irr-Meinung vor, dass Ihr Vorstoß, Gott in der Verfassung zu verankern, nicht ganz lauter sei. Da wussten wir aber noch nicht erschöpfend über Ihre Motive Bescheid. Jetzt ist klar, warum Sie drängen. Nicht, weil den Menschen der Begriff von einem höheren Wesen verloren ging, sondern weil sich einige für eben dieses halten.

Zu fragen wäre nicht, welch christliche Verfassung die Österreicherinnen und Österreicher brauchen, sondern in welcher manche sind. Etwa unser geschätzter Herr Bundespräsident. Wie entrückt darf er sein? Das können natürlich keine Ausländer aus der Schweiz beurteilen. Für diese Exegese braucht man die abgerundete Kompetenz jener, die schon so manchen Guglhupf mit UHBP geteilt haben. "Was hat Klestil wirklich gemeint?", fragte sich gestern die "Krone" zu dem ihr vertrauten Planspiel, wie man einen Schüssel los wird. Und weiß die Antwort: "Die schärfste Waffe der Hofburg, den Kanzler zu entlassen, muss für den Krisenfall aufbewahrt bleiben." Und was hierzulande eine Krise ist, bestimmt immer noch der, der weiß, wo Gott wohnt.

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