Es hätte schlimmer kom men können: Nach einem fünfprozentigen Kurseinbruch in Tokio sah der Donnerstag am Morgen noch ganz nach einem Tag der langen Messer aus. Aber das befürchtete Kursgemetzel blieb in Europa und den USA dann doch aus. Die Kursverluste hielten sich durchwegs in Grenzen.
Diesmal waren die heuer schon sehr stark gestiegenen "Techs" die großen Verlierer. Nicht nur, weil Sony für das abgelaufene Quartal einen 25-prozentigen Gewinneinbruch beichten musste. Auch europäische Tech-Firmen - etwa STMicroelectronics - konnten mit ihren Zahlen nur wenig begeistern.
Generell, so die Experten von JP Morgan, seien die Ergebnisse der High Tech Branche im dritten Quartal nicht so gut ausgefallen, wie die Analysten erwartet hatten. Um die Rally am Leben zu erhalten, hätten die Ergebnisse aber "außergewöhnlich" sein müssen. Und so verkaufen Tech-Anleger jetzt in großem Stil, um wenigstens die bisher erzielten Gewinne sicher in die Scheune fahren zu können. Keiner will mehr, wie beim Platzen der Internet-Blase, auf dem falschen Fuß erwischt werden und noch einmal finanziell bluten.
Wien hielt sich in diesem Umfeld tapfer, wenngleich das Geschäft weiterhin sehr dünn ist. Überraschungen gab es bei den Kursen von VA Tech und Voestalpine: Die beiden Papiere verloren relativ deftig, ohne dass dies durch irgendwelche neuen Nachrichten aus den Unternehmen gerechtfertigt worden wäre. Der Banktitel BA-CA musste trotz einer guten Analyse ein wenig Federn lassen.