Jetzt drohen Rückschläge

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iese Woche ist an den Bör sen etwas gemäßigter los gegangen. Aber immerhin: Die Kurse steigen immer noch leicht. Und das wird selbst gestandenen Börsianern langsam unheimlich. Denn die starken Kursanstiege der vergangenen Woche, die bei den Händlern langsam Schwindelgefühle aufkommen lassen, lassen sich fundamental nicht so recht untermauern. Es hat sich bei den (anhaltend trüben) Konjunkturaussichten wenig geändert, damit sind auch die Gewinnaussichten der börsenotierten Unternehmen weiter gedrückt. Und die verspätete Zinssenkung in der Eurozone, die den Börsen an sich nützen sollte, war längst in den Kursen enthalten, als sie endlich kam.

Was sich wirklich geändert hat, ist die Art, wie Händler und Analysten jetzt auf Nachrichten von den Börse-Unternehmen blicken: Mangels wirklich guter News werden aus schlechten Nachrichten, die weniger schlecht als befürchtet sind, plötzlich gute. Der Anstieg der US-Arbeitslosigkeit auf den höchsten Wert seit langem etwa war so ein "gutes Zeichen", weil er eben weniger stark als befürchtet ausfiel.

Das hilft zwar, weil an den Börsen eben Stimmung alles ist, aber es ist keine Basis für eine dauerhafte Rally. Die Luft ist wieder einmal ziemlich dünn geworden in den Börsesälen und es kann nicht schaden, in den nächsten Wochen erhöhte Vorsicht walten zu lassen. Denn die Rückschlagsgefahr steigt jetzt von Tag zu Tag. "The only way is up" - die Börsenweisheit der späten neunziger Jahre, hat sich überlebt.

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