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ewinnmitnahmen und Enttäuschung über gute, aber weniger gut als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse: Dieser Mix sorgt derzeit an den Weltbörsen für Kurs-Jammer. Am Mittwoch lagen die wichtigsten Märkte am Nachmittag jedenfalls deutlich über ein Prozent im Minus.
Die Malaise hatte sich schon tagsüber in Europa abgezeichnet, als alle wichtigen Indizes nach unten gingen. Versicherer, Pharmaaktien und Bankwerte führten die Verliererlisten an. Es gab aber auch einige positive Ausreißer: Telekomaktien etwa entwickelten sich nach einer positiven Branchenanalyse von UBS gut. Renault konnte sich mit einem deutlichen Kursplus in Szene setzen und DaimlerChrysler hielt seine Verluste trotz der am Vortag bekannt gewordenen schlechten Zahlen in engen Grenzen.
In den USA sorgte vor allem die Enttäuschung über das jüngste Quartalsergebnis von Amazon.com für einen Kursrückgang gleich zu Handelsbeginn. Zwar hat der Internet-Buchhändler einen Gewinn - den dritten Quartalsgewinn in der Unternehmensgeschichte - bekannt gegeben, die Analysten hatten aber zehn Cent statt der bekannt gegebenen vier Cent erwartet. Auch JP Morgan wurde von der Börse wegen Nichteinhaltung der Analystenschätzungen abgestraft. Beim Biotechkonzern Amgen konnte nicht einmal das Faktum, dass die Analystenerwartungen leicht übertroffen wurden, einen Kursrutsch verhindern.
An der Wiener Börse war wieder einmal der alte Kalauer Realität, es sei dort so ruhig, dass man die Kurse fallen höre. Der Handel lief sehr flau, internationales Interesse war kaum vorhanden, der ATX gab nach.