BA-CA-Aktie: Chronik eines Fehlstarts

Beim größten IPO des heurigen Jahres ist nach Expertenmeinung einiges falsch gelaufen.

WIEN. Seit gestern, Montag, ist die an die Wiener Börse zurückgekehrte BA-CA im Leitindex ATX vertreten. Durch die Aufnahme in den ATX steigt automatisch die Nachfrage nach BA-CA-Aktien, da Fonds, die sich auf die Wiener Blue-Chips konzentrieren, die Aktie kaufen müssen.

Der Start der BA-CA-Aktie an der Börse in der Vorwoche war alles andere als gelungen. Am ersten Handelstag geriet das Papier, dessen Ausgabekurs bei 29 Euro gelegen war, sofort "unter Wasser" und schloss bei 28 Euro. An den folgenden Tagen konnte sich die Aktie leicht erholen, der Ausgabekurs wurde aber bisher nicht mehr erreicht.. Nächster "Lostag" für die Aktie ist der 31. Juli, dann werden die Halbjahresergebnisse veröffentlicht.

Experten nennen mehrere Gründe für den Fehlstart der bisher größten europäischen Börsentransaktion des Jahres 2003. Der Ausgabekurs war offenbar zu hoch angesetzt. Der Börsengang der BA-CA diente dazu, die angeschlagene Kapitalbasis ihrer Mutter, der HypoVereinsbank, zu stärken. HVB-Chef Dieter Rampl hatte vor Wochen sogar von einem Ausgabepreis der Aktie von 29 bis 34 Euro gesprochen. Die Kursspanne lag schließlich bei 27 bis 31 Euro, der Ausgabepreis bei 29 Euro. Wäre er etwa bei 28 Euro oder tiefer gelegen, wäre die Aktie am ersten Tag weniger stark unter Druck gekommen.

Die Emission war nach Angabe der BA-CA "mehrfach überzeichnet", Details wurden aber nicht bekannt gegeben. Tatsächlich dürften die Überzeichnung nur etwa 60 Prozent ausgemacht haben. Weil aber im Vorfeld der Emission immer wieder verlautete, dass die Nachfrage sehr stark sei, haben viele Investoren spürbar mehr Aktien geordert, als sie tatsächlich haben wollten. Bei einer hohen Überzeichnung wären die Zuteilungen ja entsprechend gekürzt worden.

Als dann die Zuteilung erfolgte, gab es kaum oder gar keine Kürzungen. Viele Investoren, die mehr als sie tatsächlich haben wollten bekamen, warfen ihre Aktien noch am ersten Handelstag auf den Markt.

Weil die Überzeichnung nur schwach war, kamen auch deutlich mehr Hedge-Fonds bei der Zeichnung zum Zug als ursprünglich geplant. Und auch von ihnen dürften sich einige sofort wieder von ihren BA-CA-Aktien getrennt haben, als der Kurs nach unten ging.

Ein Problem war, so meinen Experten, auch, dass der Handel mit BA-CA-Aktien auf Wunsch der zuständigen Investmentbank J.P. Morgan am vergangenen Dienstag erst um 11.05 Uhr aufgenommen wurde. Bis dahin lagen bereits dermaßen viele Verkaufsaufträge vor, dass ein Kursrutsch bis auf etwa 28,30 Euro von der BA-CA, die als Stabilisator fungierte, nicht verhindert werden konnte. Gegen Abend verstärkte sich der Verkaufsdruck dann nochmals, sodass die Aktie bei 28 Euro schloss.

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