48 New Yorker Devisenhändler wurden am Dienstagabend wegen Verdachts auf Betrug festgenommen.
New York (ag). Nach dem Energiehandel, der Aktienanalyse und der Fondsbranche ist nun auch ein Skandal im Devisenhandel ausgebrochen: Das FBI hat am Dienstagabend 48 Devisenhändler von Banken und Finanzdienstleistern verhaftet, die verdächtigt werden, Devisentransaktionen manipuliert zu haben, so dass ihre Arbeitgeber Geld verloren und die Kunden Gewinne einstecken konnten. Diese Gewinne sollen sich die Beschuldigten dann mit den Kunden geteilt haben.
Nach Angaben des FBI liefen die Untersuchungen bereits seit längerem. Insgesamt sollen die Mitarbeiter von mehr als einem Dutzend Finanzfirmen unter anderem wegen Verschwörung, "Wire Fraud" (Betrug unter Zuhilfenahme von elektronischen Kommunikationsmitteln), Geldwäsche und Wertpapierbetrug angeklagt werden, schrieb das Wall Street Journal in seiner Online-Ausgabe. Die Schadenssumme konnte das FBI bisher nicht beziffern.
Unter den Verhafteten finden sich Angestellte von UBS, JP Morgan Chase und der britischen Handelsgesellschaft ICAP. UBS-Sprecher Rudolf Bürgin, bestätigte, dass ein Angestellter des Unternehmens festgenommen worden sei und erklärte: "Wir führen unsere eigene Untersuchung durch, um festzustellen, wie das passieren konnte". Die UBS, Europas größte Bank, ist auch der größte Händler am weltweiten Devisenmarkt, wo täglich 1,2 Billionen Dollar umgesetzt werden, und hat ihren Anteil am Devisenmarkt seit 2001 auf 11,5 Prozent mehr als verdreifacht.
In anderen Städten an der Ostküste der USA dürften einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press zufolge weitere Festnahmen anstehen. Bereits im Oktober hat die Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) den Devisenhändler A.S. Templeton und zwei seiner Manager angeklagt, mehr als 300 Kunden der Firma um rund sechs Mill. Dollar betrogen zu haben.
Die CFTC bemüht sich, Betrug beim Handel mit Devisenterminkontrakten stärker zu verfolgen. Seit Dezember 2000 hat die Behörde mehr als 40 Fälle verfolgt, bei denen mindestens 3500 Investoren um 177 Mill. Dollar betrogen wurden.