Voest-Verkauf noch im September?

Ludwig Scharinger zeigt sich mit der jüngsten ÖIAG-Entscheidung hoch zufrieden.

Wien (red.). Die Entscheidung der ÖIAG, ihren 34,7 Prozent großen Anteil an der Voest komplett über die Börse zu verkaufen, stößt bei Finanzinvestoren auf Begeisterung. "Das ist genau das, was ich immer gesagt habe. Die ÖIAG soll ihre Voest-Anteile über die Börse verkaufen und dabei vernünftige Pakete für Investoren schnüren. Jetzt passiert genau das", meinte der Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank OÖ, Ludwig Scharinger Dienstag zur "Presse."

Zu Mutmaßungen, seine Investorengruppe - unter anderem mit RLB und Wiener Städtischer Versicherung - habe gemeinsam mit anderen Aktionären bereits 40 Prozent der Aktien erworben, erklärte Scharinger: "Das ist Unsinn."

Die ÖIAG-Führung geht davon aus, dass sich auch heimische Finanzinvestoren an einem Verkauf der staatlichen Voest-Aktien über die Börse beteiligen werden. Nun können sich aber freilich auch strategische Investoren - wie Magna oder die deutsche Thyssen Krupp - beteiligen. Allerdings wird der Staat auf einen "strategischen Preisaufschlag" verzichten müssen. Dieser wäre dann zu lukrieren gewesen, wenn im Zuge einer Ausschreibung zumindest 25 Prozent an einen bestimmten Bieter gegangen wären.

Abgewickelt werden soll der Verkauf der ÖIAG-Anteile über die Investmentbank J.P. Morgan sowie die Erste Bank. Ein Zeitpunkt wurde nicht genannt, ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch wollte aber nicht ausschließen, dass der Verkauf der Aktien noch vor den Landtagswahlen in Oberösterreich am 28. September über die Bühne gehen wird. Auch steht noch nicht fest, ob das ÖIAG-Aktienpaket auf einmal oder in mehreren Tranchen abgegeben wird. Was nicht über die Börse verkauft werden kann, soll über eine Wandelanleihe an Investoren gehen.

Der Chefanalyst der Bank Austria-Creditanstalt, Alfred Reisenberger, beurteilt den Verkauf über die Börse positiv. Seiner Ansicht nach sollte dieser Vorgang nun schnell über die Bühne gehen, er glaubt allerdings nicht, dass sich ein Verkauf über die Börse bis zum 28. September zeitlich ausgehen wird. Herbe Kritik hagelt es vom ÖGB und der SPÖ Oberösterreich. "Statt zur Schnäpchenjagd zu blasen, müsste der Standort gesichert werden", meint ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch.

Kritik übte zuletzt auch der Rechnungshof, weil die ÖIAG-Vorstände Wieltsch und Peter Michaelis bereits nach drei Jahren einen Firmenpensions-Anspruch haben. Die sogenannte "Schablonenverordnung" erlaubt derartige Ansprüche erst nach fünf Jahren. Wieltsch verwies nun darauf, dass die Vertragsdauer der ÖIAG-Vorstände von den üblichen fünf auf drei Jahre verkürzt wurde. Dem seien auch die Abfertigungs- und Pensionsansprüche angepasst worden. Hinsichtlich möglicher Änderungen zeigen sich die Vorstände aber gesprächsbereit.

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