Zinsengefahr

S
eit zwei Tagen geht es an den Weltbörsen wieder or dentlich bergauf. Der einzige Grund: Die Amerikaner gewinnen im Irak-Krieg an Boden. Offenbar ist der Kriegsfortschritt derzeit die einzig wirklich wichtige Kennzahl.

Diese Sichtweise könnte freilich ins Auge gehen. Zumindest für jene, die meinen, nach dem Ende des Irak-Kriegs sei die Börsen-Krise "gegessen".

Im Hintergrund brauen sich nämlich, wie an dieser Stelle schon angemerkt wurde, neue Wolken zusammen: Die Amerikaner machen zur Finanzierung des Kriegs alle Schulden-Schleusen auf, die Europäer rütteln aus konjunkturellen Gründen am Stabilitätspakt. Das wird - dafür gibt es genug historische Beispiele, das letzte aus der Zeit Ronald Reagans - die Langfrist-Zinsen hochtreiben. Und damit den überfälligen Aufschwung auf den Aktienmärkten zumindest eine Zeit lang bremsen.

Reuters hat am Donnerstag eine entsprechende Umfrage unter deutschen Analysten gemacht. Ergebnis: Die Sorge vor einem Langfrist-Zinsenschub wächst. Kurzfristig entwickeln sich die Märkte freilich, wie gesagt, erfreulich. Nach den starken Anstiegen vom Mittwoch ging es am Donnerstag weiter nach oben. In Europa um bis zu knapp zwei Prozent, in New York zur Eröffnung nur um ein paar Zehntelprozentpunkte.

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