Nach dem Scheitern der Sanierung des börsenotierten Klosterneuburger Herstellers von digitalen Funkübertragungssystemen Adcon Telemetry AG ist nun auch die französische 100-Prozent-Tochter Adcon RF Technology S.A. in Konkurs. Das Schicksal der weiteren Adcon-Töchter ist noch offen und hängt davon ab, ob die Klosterneuburger AG weitergeführt wird. Eine US-Tochter gehört noch zu 100 Prozent Adcon. An der rumänischen Tochter ist Adcon zu 70 Prozent, an der niederländischen zu 30 Prozent beteiligt.
AUS FÜR KLEINKALIBERPATRONE
Die niederösterreichische Munitionsfabrik Hirtenberger stellt ihre Produktion von Kleinkalibermunition ein. 70 bis 90 Mitarbeiter werden zur Kündigung angemeldet. Grund ist die starke Konkurrenz aus Ländern des ehemaligen Ostblocks. Die deutsche RUAG Ammotec GesmbH in Fürth übernimmt die Marken- und Vertriebsrechte der Kleinkalibermunition und führt die Produktion in Deutschland und in der Schweiz weiter. Über den Wert der Transaktion herrscht Stillschweigen.
WIEDER VERLUSTE FÜR INKU
Der Raumausstatter, der bereits in den beiden vergangenen Jahren rote Zahlen schrieb, ist auch im ersten Halbjahr 2003 nicht aus der Verlustzone gekommen. Der EGT-Verlust beträgt 1,6 (nach 1,7) Mill. Euro, der Gruppenumsatz fiel von 56,8 auf 51,3 Mill. Euro. Auch der Personalstand wurde im Jahresabstand um 14 Prozent verringert und beträgt jetzt 544 Mitarbeiter. Gegenwärtig investiert Inku in Produktneuheiten und einen neuen Werbeauftritt: Die Investitionen für das erste Halbjahr werden mit 507 (nach 358) Mill. Euro beziffert.
HOCHDRUCK-GROSSAUFTRAG
Der niederösterreichische Hochdruckapparatebauer Schoeller-Bleckmann Nooter hat Anlagen im Wert von über acht Mill. Euro in den Iran geliefert. Auftraggeber ist der am persischen Golf gelegene Industriepark Assalujeh, der vier Ammoniak- und Harnstoffanlagen bei dem österreichischen Tochterunternehmen der amerikanischen Nooter Corporation bestellt hat. Dazu gehört ein Hochdruckapparat, der größer ist als alle bisher vom Unternehmen gefertigten Anlagen.
FLÜSSIGGASWERK FÜR SIBIRIEN
Der russische Ölriese Yukos will bis 2009 in Ost-Sibirien ein Flüssiggaswerk mit einer Kapazität von fünf bis sechs Mrd. metrische Tonnen errichten. Die Baukosten werden auf zwei Mrd. Dollar (1,75 Mrd. Euro) geschätzt. Die Erschließung des Gasvorkommens und der Bau einer Pipeline könnte mehrere Mrd. Dollar zusätzlich kosten. In Krasnojarsk befinden sich über eine Bill. Kubikmeter Erdgas. Yukos will das Gebiet erschließen und jährlich 30 bis 40 Mrd. Kubikmeter fördern.
BANKKARTE FÜR BLINDE
Erstmals gibt es EC-Karten mit zusätzlichem Aufdruck in Braille-Schrift. Die HypoVereinsbank will bis Dezember alle zwei Millionen EC-, Service- und Sparkarten ihres Hauses austauschen; jeder Kunde bekommt neue Karten zugesandt. Der deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband lobte die Aktion: "Vorher wusste man als Blinder nicht, ob man die Karte der Krankenkasse oder die Bankkarte in den Geldautomaten steckt."
NEUER PHILIPS-FINANZCHEF
Der Österreicher Christoph Wolfsgruber (47) wird mit 1. Oktober Finanzchef der Länderorganisationen von Philips Deutschland, Österreich und Schweiz. Seit 1984 ist Wolfsgruber bei Philips, leitete die österreichische Konzernrevision und baute jene für Osteuropa und Zentralasien auf. Als Nachfolger von Lorenz Zwingmann wird Wolfsgruber in seiner neuen Position sämtliche kaufmännischen Zentralfunktionen betreuen.