In dieser Woche hören die Anleger vor allem auf die Worte der Volkswirte.
Am Montag legten die Ak tienindizes weltweit zu meist zu - beflügelt nicht nur von den guten Ergebnissen von Vodafone, sondern auch von Konjunkturdaten aus Deutschland. Das Ifo-Institut hatte zum dritten Mal in Folge ein besseres Geschäftsklima konstatiert (siehe auch S. 17). Besonders verteuert haben sich Bank-Aktien, nachdem das Investmenthaus J.P. Morgan die Gewinnprognose für die Deutsche Bank angehoben hatte und die Banco Bilbao einen höheren Gewinn als von Analysten erwartet veröffentlicht hatte.
"Das Ergebnis von Vodafone zeigt, dass die Perspektiven in dieser Branche positiver sind als die meisten glauben", sagt Jaime Hoyos, Fondsmanger bei Indosuez Fonds. Im Gefolge von Vodafone verteuerte sich etwa auch Nokia.
Doch die Ifo-Daten sind nicht die einzigen, auf die die Anleger diese Woche genau schauen. Wichtiger als die Unternehmensdaten, die in den vergangenen Wochen das Börsengeschehen dominiert hatten, werden jetzt wieder die makroökonomischen Ergebnisse.
Heute, Dienstag, wird das US-Verbrauchervertrauen veröffentlicht, am Donnerstag die erste Schätzung des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes für das zweite Quartal und zum Wochenschluss stehen der US-Arbeitsmarktbericht sowie der Einkaufsmanagerindex ISM auf der Agenda. Volkswirte erhoffen sich Aufschluss darüber, wie robust der Aufschwung der US-Wirtschaft mittlerweile ist und wie weit Europa im Konjunkturzyklus den USA hinterherhinkt.
Die Erwartungen sind im allgemeinen nicht gerade niedrig, nachdem US-Notenbankpräsident Alan Greenspan sich bereits optimistisch über die Konjunktur geäußert hat. Daher darf vor allem der weit in die Zukunft gerichtete Einkaufsmanagerindex ISM nicht enttäuschen. Experten rechnen erstmals seit Februar mit einem Sprung über die 50-Punkte-Marke, dies ist gleichbedeutend mit wirtschaftlicher Expansion.
Noch stehe der Markt weiterhin im Zeichen zweier widerstreitender Lager, sagte Aktienstratege Peter Boockvar von Miller Tabak & Co. Auf der einen Seite gebe es die Optimisten, die auf eine wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr setzen, und auf der anderen nach wie vor die Skeptiker, die dafür noch keine sicheren Hinweise sehen. Und wer Recht behält, ist offen.