Bis zu 25 Prozent der Aktien sollen über die Börse verkauft werden, für ihre restlichen Anteile begibt die ÖIAG eine Wandelanleihe.
Wien (maf). Eine fixe Zuteilung für Kleinaktionäre verspricht die ÖIAG im Zuge der Voest-Privatisierung. Bis zu 250 Aktien werden jedem österreichischen Kleinaktionär (im Ausland können sich nur institutionelle Investoren beteiligen) garantiert.
In einer Pressekonferenz gaben ÖIAG- und Voest-Vorstand am Donnerstag die Details der Privatisierung des 34,7-prozentigen ÖIAG-Anteils an der Voestalpine bekannt. Bis zu 25 Prozent der Aktien sollen über die Börse angeboten werden, und zwar an institutionelle Investoren und österreichische Kleinanleger. Nicht zum Zug kommen würde damit das Land Oberösterreich, das Interesse an einer Beteiligung gezeigt hatte, aber in keine der beiden Kategorien fällt. Nicht zum Zug kommen sollen auch Interessenten mit strategischem Interesse. Wer ein Finanzinvestor ist, das entscheiden die beauftragten Investmentbanken, also Erste Bank und JP Morgan. Spannend wird diese Frage bei Gesellschaften, die sich teilweise im Besitz des Landes Oberösterreich befinden und nach den Intentionen der Landespolitik eine oberösterreichische Kernaktionärsstruktur sicherstellen sollen. ÖIAG und Erste Bank wollten sich am Donnerstag nicht darauf festlegen, ob beispielsweise die oberösterreichische Energie AG als Finanzinvestor eingestuft wird.
Vorab-Reservierungen und Zuteilungen an bestimmte Aktionärsgruppen sind laut ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch nicht vorgesehen. Auch einen Kernaktionär werde man nicht suchen. "Das ist nicht Teil des Privatisierungsauftrags", so der ÖIAG-Vorstand. Er rechne aber damit, dass sich in der Folge eine Kernaktionärsstruktur herausbilden werde. Einzige Ausnahme bei der Zuteilung: Die Arbeitnehmerstiftung erhält 1,5 Mill. Aktien oder 3,7 Prozent am Unternehmen zu einem Vorzugspreis von 28,28 Euro. Damit steigt die Mitarbeiterbeteiligung auf 10,3 Prozent.
Der Kaufpreis der restlichen Aktien wird in Form eines Bookbuilding-Verfahrens ermittelt und am 18. September bekannt gegeben. Die Zeichnungsfrist läuft von heute, Freitag, bis zum 18. September. Der Börsekurs der Voestalpine lag am Donnerstag bei rund 34,80 Euro. Analysten rechnen mit einem Kaufpreis von annähernd 35 Euro.
Mindestens zehn Prozent der Voest-Aktien werden in Form einer Wandelanleihe begeben. Bei schwächerem Verkauf über die Börse könnte dieser Anteil auf 15 Prozent steigen. Details über die Wandelanleihe, die nur internationalen Investoren angeboten wird, wollte die ÖIAG nicht nennen. Laufzeit, Rendite etc. werden erst am 17. September festgelegt, die Zuteilung erfolgt am 18. September.
Wieltsch verteidigte am Donnerstag den Zeitpunkt der Privatisierung knapp vor den oberösterreichischen Landtagswahlen, der wesentlich zur heftigen politischen Diskussion beigetragen hat. Der September sei der optimale Zeitpunkt, problematisch wäre im Gegenteil eine Verschiebung aus politischen Gründen gewesen.
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