Innenminister Strasser be-sucht im September die US-Bundeshauptstadt, um über die scharfen US-Einreisebestimmungen zu reden.
WASHINGTON. Im State Department in Washington, DC, gibt man sich betont zurückhaltend und diplomatisch höflich. Man könne noch nicht viel über den Besuch sagen, man arbeite noch an einer genauen Planung, freue sich aber schon sehr auf den "äußerst interessanten und kompetenten Gast aus Österreich". Es dürfte einige Zeit her sein, dass Innenminister Ernst Strasser solch freundliche Worte hörte. In Washington, so scheint es, ist der VP-Politiker derzeit beliebter als in Österreich.
Das ist aber sicher nicht der Grund, warum Strasser Anfang September für mehrere Tage die US-Bundeshauptstadt besuchen wird. Und die Chancen, dass er die Stadt weniger beliebt verlässt, sind groß: Denn auf dem Programm des Besuchs stehen unter anderem Gespräche über die verschärften Einreise- und Sicherheitsbestimmungen der USA. In der Vergangenheit hatte Strasser immer wieder kritisiert, dass nach den Terroranschlägen das Pendel zu weit zu Lasten der Bürgerrechte ausgeschlagen habe.
Fixiert sind bisher Treffen mit den Direktoren von FBI und CIA, Robert Mueller und George Tenet. Strasser wird auch mit dem stellvertretenden amerikanischen Außenminister Richard Armitage konferieren. Der Chef des Heimatschutz-Ministeriums, Tim Ridge, ist zum Zeitpunkt des Besuchs nicht in Washington, sein Stellvertreter soll stattdessen Strasser empfangen. Im Kongress sind mehrere Meetings vorgesehen, Strasser wird auch einen Vortrag im Center for Strategic and International Studies halten.
Offen ist noch, ob es auch zu einem Zusammentreffen mit US-Justizminister John Ashcroft kommt. Nach Washington macht sich Strasser auf den Weg nach Miami, Florida. Dort will sich der Minister die Arbeit der US-Einwanderungsbehörden ansehen.