Flucht an den Stadtrand

In Wien explodieren die Grundstückspreise in den "transdanubischen" Bezirken am Stadtrand.

Wien. Eine Art "Stadtrandflucht" ortet der Präsident der Immobilienbörse Austria, Manfred Kubicek. Grundstücke, Häuser und Wohnungen am Stadtrand, aber noch innerhalb der Stadtgrenze, seien zur Zeit am Begehrtesten, die Preise seien hier in jüngster Zeit stark gestiegen.


Diese Bewegung zur Stadtgrenze sei von beiden Seiten zu beobachten: In Wien gebe es etwa auch eine "Rückwanderung" aus dem Marchfeld. Betroffen seien vor allem die "transdanubischen" Gebiete des 21. und 22. Bezirks. Und zwar deshalb, so Kubicek, weil die Grundstückspreise hier trotz enormer Steigerungen noch "halbwegs" leistbar seien, während sie in den westlichen Stadtrandgebieten die Dimensionen von Durchschnitts-Einkommensbeziehern zumeist schon verlassen hätten.


Die "Flucht an den Stadtrand" hat den transdanubischen Gebieten deftige Steigerungen bei den Grundstückspreisen beschert: Waren in diesen Gegenden Anfang der neunziger Jahre Grundstücke für Einfamilienhäuser noch um unter 1000 S (72 Euro) zu haben, so müssen jetzt im Schnitt schon 320 Euro hingelegt werden. Eine Wertsteigerung, wie sie in den vergangenen zehn Jahren nur mit wenigen Anlagen möglich war.


Ansonsten herrscht bei den Immobilienpreisen in Wien aber eher Stagnation, meint Kubicek. Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen sind in den vergangenen beiden Jahren leicht gesunken, jene für neue Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser leicht gestiegen. Allerdings beginnt auch bei neuen Eigentumswohnungen das Überangebot am Markt auf die Preise zu drücken.

Längerfristig betrachtet sind die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen seit 1995 sogar recht kräftig gesunken (von durchschnittlich 1622 auf 1460 Euro je Quadratmeter), jene für neue Eigentumswohnungen sind in dieser Zeit bei rund 2450 Euro je Quadratmeter praktisch gleich geblieben. Vieles hängt da freilich von der Lage ab.


Immobilienbörse expandiert
Die Austria Immobilienbörse, zu der sich 18 Makler (überwiegend in Wien und Niederösterreich) zusammengeschlossen haben, will nun kräftig expandieren und Stützpunkte in allen größeren österreichischen Städten schaffen. Ziel sei es, 50 bis 60 Makler Österreichweit zusammen zu schließen, sagte Kubicek. Der Vorteil für die Kunden: Diese können ohne Mehrkosten auf das gesammelte Angebot aller Makler zurückgreifen.

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