Bregenz: Erfolgsrezept Arbeitsmoral

Wie Regi van Acker aus Nachzügler Bregenz ein Kollektiv formte, das Top-Klubs das Fürchten lehrt.

BREGENZ (-er). Sie hatten das Glück des Tüchtigen, die Bregenzer, als sie GAK 1:0 schlugen. Aber sie hätten auch noch mehr Kontertore schießen können, hätte Axel Lawaree, der Torjäger, nicht den Hemmschuh getragen nach der Verletzung. Aber Regi van Acker, 48, belgischer Trainer der Vorarlberger, die großteils Legionäre sind, nimmt seinen Landsmann in Schutz: "Er ist sehr wichtig für uns, auch wenn er auf der Bank sitzt - er gibt Motivation!"

Da kennt er sich aus, der Coach, der nie Profi war, aber Profi-Trainer wurde bei Royal Antwerpen, Lierse und Kortrijk, ehe ihn der Lawaree-Manager an den Bodensee lotste mit dem Hinweis, dass die Lebensqualität sehr gut wäre. "Und ins Ausland wollt' ich schon immer - vom österreichischen Fußball aber hat man wenig gehört und gesehen!" Er wagte das Spiel mit dem Risiko. Und der Mut machte sich für beide bezahlt. Van Acker formte aus dem Nachzügler ein Kollektiv, das den Großen das Fürchten lehrt - 2:1 bei Rapid, 3:0 bei Austria, 1:0 gegen GAK etc. Was ist sein Erfolgsgeheimnis, das Wunder wirkt? Wunder, da winkt er ab. Eher Arbeitsmoral, die passt. "Wir trainieren täglich das System, wir arbeiten in die richtige Richtung. Und jeder hat Respekt vor dem anderen - die Spieler vorm Trainer, der Trainer vor den Spielern!"

Mit vereinten Kräften ging's aufwärts. Auch wieder mit jungen Österreichern a la Bolter und Pekala aus dem U19-Team. "Eine gute Mischung", findet Regi. Sie passten gut zu den Routiniers unter den Legionären, bei deren Namen kaum einer mit der Zunge schnalzt. Van Acker aber weiß jeden zu schätzen. "Pedersen und Bragstad haben für Norwegen gespielt, Tolja für Bosnien, Klausz für Ungarn." Und dann gibt's Lawaree, heuer von Verletzungen geplagt, aber Objekt der Begierde von Spitzenklubs. Auch Rapid. Schwer zu sagen, ob er zu halten sei. Wie Talente a la Pircher. " Der war Stammspieler - und dann hat ihn Austria geholt. So ist das eben mit kleineren Vereinen!"

Dessen ist sich Regi bewusst. Also bleibt er auf dem Boden, obwohl Casino Bregenz als Vierter nach oben schielt. Aber ans Roulette mit dem Uefa-Cup denkt van Acker (noch) nicht. "Zuerst müssen wir möglichst schnell möglichst viele Punkte machen, damit wir sicher sind!" Nur kein Abstiegsgespenst, das die Paternoster-Truppe oft plagte. Alles andere würde sich ergeben. Nach Urlaub und Hallen-Cup geht's in die Vorbereitung, "Türkei oder Zypern!" Der sportliche Aufschwung hat die finanzielle Basis auf feste Füße gestellt. Ganz im Sinne von Alemannen, denen man Arbeitsmoral nachsagt. Vermittelt vom belgischen Trainerprofi, der nie Fußballprofi war. Regi spielte nur in der Regi-onalliga. Und dorthin will er mit Bregenz nie mehr hin.

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