Doch kein Haifisch-Futter

Krefeld sicherte sich mit 3:1 in der Köln-Arena den ersten Titel seit 51 Jahren. Und liegt dem 28-Jährigen Steirer, der wohl seinen Abschied nehmen wird, zu Füßen.

KREFELD. Die Köln-Arena bebte, 18.600 Zuschauer wollten beim entscheidenden DEL-Finalspiel dabei sein. Die Haie hatten den 0:2-Rückstand in der Serie aufgeholt, schienen nach zwei Dritteln (1:0) auch noch auf der Siegerstraße. Doch die Krefeld Pinguins, angeführt vom Steirer Christoph Brandner, wendeten das Blatt. Das erste Playoff-Tor von Verteidiger Oswald sowie ein "Kracher" vom verehrten "Eishockey-Gott" aus Bruck/Mur ließen die Haie erstarren, ein "empty-net-goal" besiegelte den Endstand - 3:1. Und Krefeld bejubelte den ersten Titel seit 1952.

Die Champagner-Korken knallten und Brandner, "DEL-Spieler des Jahres" und mit 37 Treffern (28 im Grunddurchgang, 9 im Playoff) auch erfolgreichster Scorer der Liga, wurde gefeiert. "Ein unglaubliches Gefühl", suchte er nach den richtigen Worten, "ein Traum. Ich war zweimal mit KAC Meister - aber in Deutschland ist's ganz anders. Der Stellenwert ist wirklich enorm!"

Für ihn wie auch Krefeld. 10.000 Fans hatten die Straßen gestürmt und ihre Helden begrüßt. "Ein Auto-Korso, drei Mann pro Cabriolet. Jeder wollte deine Hand schütteln. Da war die Hölle los!" Vorm Rathaus wurde der Pokal präsentiert, Sieges-Choräle angestimmt und dem 1,95-m-Hünen gehuldigt. Er ist nach Herbert Hohenberger (Köln 95), Martin Ulrich und Dieter Kalt (Mannheim 97, 98) sowie dem Austro-Kanadier Wheeldon (München 2000) der fünfte Österreicher, der in Deutschland Meister wurde. "Natürlich waren wir nervös, haben die Kölner doch das 0:2 aufgeholt, uns gefordert. Aber die Pinguins sind eben kein Haifisch-Futter . . !"

Logisch, dass Klub-Vertreter und Fans alles unternehmen, um den Abgang ihres Superstars zu verhindern. Doch sein Abschied nach drei Saisonen scheint beschlossene Sache. Minnesota (NHL), Berlin und Köln buhlen intensiv um seine Gunst, "aber noch ist nichts fix. Ich will und muss mir auch alle Optionen noch einmal durch den Kopf gehen lassen!"

Donnerstag jedenfalls stößt er in Helsinki zum Team, wartet am späten Nachmittag die erste Trainingseinheit für die A-WM in der Hartwall-Arena (Auftakt Samstag gegen Finnland, 19 Uhr, live TW1). "Teamchef Herbert Pöck hat mir gleich nach dem Spiel am Handy gratuliert", erzählte der Stürmer, seit seinem fünften Lebensjahr am Eisrink unterwegs, stolz. Denn Pöck war einst auch sein Trainer beim KAC. Wie der Schwede Lars Bergström, nun Co-Trainer beim Team. "In Finnland steigt ein Treffen alter Bekannter", feixte Brandner, der tatkräftig mithelfen wird, um das angestrebte Ziel, den Klassenerhalt, unter Dach und Fach zu bringen. Denn für ihn ist es eine "Herzensangelegenheit".

WM-Live, TW 1, Samstag: Österreich - Finnland (19). - Montag, 28. April: Österreich - Tschechien (19). - Dienstag, 29. April: Österreich - Slowenien (19).


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