In New York begannen am Dienstag die Frühjahrsauktionen der großen Auktionshäuser. Ein lauer Start.
Nicht einmal die sonst so sicheren Impressionisten und die klassische Moderne scheinen zur Zeit die Hände der Sammler in die Höhe zucken zu lassen. Das musste man am Dienstag in New York feststellen, wo eine Abendauktion von Sotheby's, "Impressionisten und Moderne Kunst", den Reigen der großen Frühjahrsauktionen einleitete. Ein beunruhigender Start. Man schien damit gerechnet zu haben, war doch die Zahl der bei Sotheby's angebotenen Lose mit 39 deutlich geringer als in den letzten Jahren. Auch bei den Schätzwerten wagte man keine gewagten Sprünge.
Das klar höchste Ergebnis erreichte wie erwartet das Renoir-Gemälde "Dans les Roses" (Portrait de Madame Clapisson), mit 20,4 Mill. Euro im mittleren Schätzwert verblieben. Seit 1937 war das aus einer Privat-Sammlung kommende Museumsstück erstmals wieder öffentlich zu sehen. Und bleibt es vielleicht auch. Der Käufer, US-Casino-Großunternehmer Steve Wynn, möchte das 99 mal 81 cm messende Werk in seiner Kunstsammlung in Las Vegas präsentieren.
Den zweit höchsten Preis erzielte eines der beiden Degas-Pastelle aus dem Boston Museum of Fine Arts. Die "Tänzerin" erreichte 8,6 Mill. Euro. Doch einige Top-Lose wanderten wieder zurück in die Depots, darunter Werke von Monet, Malewitsch oder Giacometti. Dessen vielfigurige Bronze "La Clairiere" (Schätzpreis: 8-10 Mill. Dollar) blieb unverkauft.
Kein gutes Omen für die folgenden Auktionen der Konkurrenz Christie's, das bis heute, Donnerstag seine Impressionisten und Modernen anbietet. Denn neben dem Top-Los, einem C©zanne-Selbstporträt von 1895, das zwischen 15-20 Mill. Dollar geschätzt ist, hat man ebenfalls die Giacometti-Bronze "La Clairiere" im Programm, die insgesamt sechs Mal gegossen wurde.