Endlose Schlangen und überlastete ÖBB-Bedienstete - Wie viele Klassen von Menschen gibt es eigentlich in Österreich? - Zur Privilegien-Situation bei den ÖBB - ORF ist kein Regierungsorgan und kein staatlicher Rundfunk - Doch kein Retter zu Unrecht Vergess

"Ein Viertel nicht sinnvoll beschäftigt", 2. August

Herr Staatssekretär Kukacka möge einmal während der jetzigen Hauptreisezeit am Wiener Westbahnhof vorbeischauen: Täglich endlose Schlangen vor den Fahrkartenschaltern, entnervte Passagiere, denen der Zug davonzufahren droht, bedauernswert überlastete ÖBB-Bedienstete.

Mir ist völlig unverständlich, wie Herr Kukacka zu der Aussage kommt, er habe keine sinnvolle Beschäftigung für tausende Bundesbahner.

Dr. Gebhard Klötzl

1130 Wien

Wie viele Klassen von Menschen gibt es eigentlich in Österreich?In einer Zeit, wo Pensionen gekürzt werden, die Lebensarbeitszeit verlängert wird, schickt man ÖBBler mit 37 Jahren in die Pension? Wie viele Klassen von Menschen gibt es eigentlich in Österreich?

Es ist für den Normalsterblichen nicht mehr nachvollziehbar, wie es möglich ist, dass man Dienstnehmer des öffentlichen Dienstes und staatsnaher Betriebe derart mit Privilegien bevorzugt, und von Regierungsseite kaum etwas dagegen unternommen wird.

Erich Skrabitz

8580 Köflach

Zur Privilegien-Situation bei den ÖBBAls österreichischer Steuerzahler, der wie alle anderen Staatsbürger jährlich ca. 550 € zur Abdeckung des ÖBB-Defizits besteuern muss, bevor ich noch einen einzige Zug bestiegen habe, möchte ich zur Privilegien-Situation bei den ÖBB bemerken:

Eines der Hauptargumente für die Pragmatisierung von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst war bisher doch immer, dass diese (wenn sie für den Staat wichtige Tätigkeiten ausüben, wie z. B. Richter, Ministerialbeamte, etc.) dadurch vor Willkür "von oben" entsprechend geschützt werden müssen.

Bei allem Respekt vor der Tätigkeit von Reinigungskräften möchte ich in diesem Zusammenhang und unter Bezug auf den Anlassfall der Frühpensionierung einer 37-jährigen (!) ÖBB-Mitarbeiterin die Frage aufwerfen, vor welcher drohenden Willkür gerade ÖBB-Reinigungskräfte bedroht sind, so dass just für diese offenbar schon in jungen Jahren der Schutz der Pragmatisierung notwendig ist und sie dadurch unkündbar werden? Vielleicht kann das den Österreichern der stets wortgewaltige Chef der Eisenbahnergewerkschaft, Herr Haberzettel, ("Dann steht die Republik . . .!") einmal näher erklären?

Franz Wutzl
2380 Perchtoldsdorf

ORF ist kein Regierungsorgan und kein staatlicher RundfunkIm Artikel "Modefarbe Schwarz-Blau" in der "Presse" vom 13. August werden die "Postenbesetzungen im staatsnahen Bereich" analysiert. Autor Martin Fritzl schreibt unter anderem, dass die Regierung im ORF "neue Führungskräfte installiert" habe. Diese falsche und eines großen Horizonts unwürdige Darstellung weise ich entschieden zurück.

Es sollte sich mittlerweile bis zur "Presse" durchgesprochen haben, dass der ORF kein Regierungsorgan und kein staatlicher Rundfunk ist. Die Unabhängigkeit des ORF ist in der Verfassung garantiert, die Führungskräfte des ORF werden nicht von der Regierung installiert, sondern vom unabhängigen Stiftungsrat gewählt.

Es ist bedauerlich, dass "Die Presse" diese Fakten ignoriert.

Günther Kallinger

ORF-Pressesprecher

1136 Wien

Doch kein Retter zu Unrecht Vergessener"Vom Treten in der Mühle" von Rudolf Habringer, Spectrum, 26./27. Juli

Es klingt immer gut, sich als Retter eines "in der heimischen Musikgeschichte" zu Unrecht Vergessenen aufzuspielen: Doch so verhält es sich im Falle Victor Urbancic' keinesfalls. Der Verfasser des in Rede stehenden Artikels hätte sich nur den Artikel "Urbancic" meines "Steirischen Musiklexikons" (Graz 1962-66, S. 612f.) anschauen brauchen.

Was aber in diesem Zusammenhang stört und die Geschichte verzerrt, ist die Geringschätzung des "Musikers" Franz Mixa, die aus dem o.e. Artikel spricht. Mixa wurde 1930 nach Island berufen, um dort die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten anlässlich des 1000-Jahr-Jubiläums des isländischen Parlaments vorzubereiten. Er gründete dort das Orchester, das Opernhaus und das Konservatorium, leitete diese Institutionen, holte eine Reihe österreichischer Musiker nach Island, führte erstmals die großen Werke der abendländischen Musik in Reykjavik auf, - bis er in uneigennütziger und menschlich großartiger Weise seinem ehemaligen Wiener Studienkollegen anbot, im Jahr 1938 mit ihm die Positionen zu tauschen.

Erst kürzlich ist anlässlich des Festkonzertes zum 100. Geburtstag von Mixa in der Grazer Kunst-Universität (in Anwesenheit des isländischen Botschafters in Österreich) und der damit verbundenen Gründung einer Franz Mixa-Gesellschaft durch seine Gattin, Frau Kammersängerin Hertha Töpper, wieder darauf - und damit auch auf Urbancic - hingewiesen worden.

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Suppan

Institut für Musikethnologie

der Kunst-Universität

8010 Graz

Weltkulturerbe: Pufferzone gehört erweitert"Angst vor neuem Zwist mit Unesco", 7. August

Vor kurzem bin ich im 7. Bezirk auf der Höhe der Stiftskaserne gestanden und blickte gegen Osten. Der sogenannte City-Tower ist schon ein "Hammer", und es ist ein Glück, dass nicht weitere drei solcher Türme errichtet werden. Sieht man dann noch die Kästen der RZB und des Hilton-Hotels, so ergibt sich die berechtigte Frage, ob nicht im neuen Wettbewerb das Projekt Wien Mitte unterhalb der Höhe des Hilton-Hotels liegen muss?

Von dem oben zitierten Standpunkt aus ist die berühmte Silhouette der Dachkonstruktion von St. Stephan durch den Uniqa-Tower massiv gestört.

Es sollte daher zumindest ins Auge gefasst werden, die Pufferzone für das Weltkulturerbe nicht in die Mitte des Donaukanals, sondern weit in den 2. Bezirk hinein zu verlegen.

Bundesrat Dr. Franz E. Kühnel

Vorsitzender des Bauausschusses

Wien-Innere Stadt

1010 Wien

Anschläge richten sich gegen Präsenz der USA"Verheerender Bombenanschlag in Bagdad", 8. August

Der Anschlag hat sicher nichts mit Antipathien gegen Jordanien zu tun, sondern galt eher US-Soldaten, die dort normalerweise Wache standen.

Die Anschläge richten sich sicher gegen die Präsenz der USA im Irak, und sie werden so lange nicht nachlassen, bis die USA im islamischen Nahen Osten grundsätzlich Partei für Israel ergreifen und den Islam als Hort der Barbarei und des Bösen behandeln.

Ludwig Kess

94486 Osterhofen

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