Lösegeld für die Saliera?

Fünf Millionen Euro sollen Erpresser für eine Rückgabe des vergoldeten Salzfasses "Saliera" verlangen. Die Polizei verhängte nun eine Nachrichtensperre.

WIEN (red). Der Wiener Polizeipräsident Peter Stiedl hat am Freitag in der Causa Saliera eine Nachrichtensperre verhängt. Nach einer Information der Pressestelle der Exekutive gebe es daher "keine Interviews und keine Auskünfte". Die Ermittlungen seien im Gang. Vor einigen Tagen war bei der Uniqa-Versicherung ein Brief eingegangen, in dem Unbekannte fünf Millionen Euro "Lösegeld" für die Saliera verlangen.

Porzellanstaub als Beweis?

Um ihre Forderung zu unterstreichen, legten die Täter dem Brief Materialproben bei, die laut ORF zumindest aus der Zeit der Entstehung des Salzfasses stammen. Es soll sich um Porzellanstaub handeln, der möglicherweise vom Kunstwerk des Renaissance-Genies Benvenuto Cellini abgeschabt wurde.

KHM-Direktor Seipel noch unsicher

"Wir wissen nicht, ob es etwas Ernsthaftes ist oder wieder nur der Versuch irgendwelcher Trittbrettfahrer", sagte Seipel am Donnerstag. Darüber hinaus wollte er keinen Kommentar abgeben. "Wir tragen nichts über den Stand Ermittlungen an die Öffentlichkeit. Eine überbordende Berichterstattung könnte der Sache schaden."

Das Auftauchen derartiger Briefe "von Trittbrettfahrern, die auch ein Stückchen davon mitschneiden möchten", sei ein gängiges Phänomen bei Kunstdiebstählen, so Seipel. "Wenn dann wirklich einmal etwas dran ist an so einer Sache, könnte so ein Hoffnungsschimmer durch eine falsche Berichterstattung gleich wieder ausgelöscht werden."

Grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft

Wilfried Seipel hatte zuvor beteuert, stets zu Verhandlungen mit den Dieben bereit: Jetzt, mehr als dreieinhalb Monate nach dem Verschwinden des etwa 50 Millionen Euro teuren Salzfasses "Saliera" aus dem Kunsthistorischen Museum, könnte es für den Direktor des KHM in Wien die Probe aufs Exempel geben.

Diebstahl in "Langer Nacht der Musik"

Das Salzfass von Benvenuto Cellini ist in der "Langen Nacht der Musik" auf den 11. Mai von Unbekannten aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien gestohlen worden. Die Täter waren über ein Gerüst in das Museum eingestiegen. Der Direktor musste sich nach dem Einbruch harsche Kritik über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen gefallen lassen.

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