Moderne spanische Malerei im Palais Harrach, die vierte. Diesen Sommer: Miguel Rodríguez-Acosta.
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ährend die Bel-Etage des Wiener Palais Harrach zur Zeit gedie gene österreichische Abstrak tion von Manfred Hebenstreit durchflutet, wird im etwas versteckten Geschoß darüber auch in diesem Sommer eine zwar äußerst bemühte, aber doch etwas langweilige Serie abgestottert. 2002 wurde das vom Kunsthistorischen Museum bespielte Palais zur Fixstation des Programms "Spanische Kunst für das Ausland".
Ein vorbildliches Engagement Spaniens zur internationalen Bewerbung seiner aktuellen Kunstproduktion. In diesem Rahmen wurde jetzt bereits zum vierten Mal im Palais Harrach eine Präsentation organisiert. Nach einer Gruppenausstellung mit Digitaldrucken sowie den Personalen der Maler Gerardo Ruedo und Manuel Rivera wird Manuel Rodrguez-Acosta vorgestellt. Auch er ist in Österreich bisher weitreichend unbekannt. Etwa 30 Gemälde und einige Papierarbeiten zeigen Acosta als atmosphärischen Abstrakten. 1927 in Granada geboren, kam der Künstler zu Beginn der 70er Jahre über die Technik der Radierung zur Abstraktion und ließ sich - nahe liegend - von den Gärten und Palästen der Alhambra inspirieren. Eine unverhohlene Bewunderung des späten Impressionismus feiert gleich zu Beginn der Schau das viereinhalb Meter breite, dreiteilige Panorama-Bild "Brief an Monet". Überwiegend gedämpftere Stimmungsbilder wie "Mythisches Fleisch" und seltener leuchtende Rot-Schattierungen überzeugen von Acostas ernster Hingabe an die Farbe und seinem sorgfältigen Umgang mit den Pigmenten. Doch wie schon Ruedo und Rivera bestreitet auch Acosta nur eine Randrolle in der spanischen Kunst des 20. Jahrhunderts, die immerhin Größen wie T pies, Saura oder Chillida hervorbrachte.
So lässt die künstlerische Bestückung dieser spanischen Promotion-Tour doch etwas wundern. Gehören die etwa 20 bisher ausgewählten Künstler fast durchgehend zur mittleren Generation, alle zwischen fünfzig und siebzig Jahren alt. Bis auf Antonio Saura, dessen Wanderausstellung im vorigen Jahr im Linzer Nordico-Museum Halt machte, fehlt ihnen der internationale Durchbruch. Schade, denn eigentlich wäre dieses Engagement den nachkommenden Künstlern wohl hilfreicher. Und auch den österreichischen Jungen wäre ein ähnliches staatliches Programm zu wünschen.
Bis 24. August. Täglich 10-18 Uhr.
Spanische "Staatliche Gesellschaft für kulturelle Veranstaltungen im Ausland": www.seacex.com