Jewgenij Grischkowez geht mit einer seltsam konstruierten Geschichte über Kriegsschiffe leider unter.
Er war der aufkommende Star der Wiener Festwochen. Im letzten Jahr trat er noch in der Off-Schiene "Forum Festwochen" auf, heuer rückte Jewgenij Grischkowez ins Hauptprogramm vor, gastierte mit seiner neuen One-Man-Performance "Dreadnaughts" im Wiener Schauspielhaus. Der 1967 in Sibirien geborene Geschichtenerzähler, dem 2002 die Herzen bevorzugt der weiblichen Zuschauerschaft auf seinen romantischen "Planet" folgten, entschied sich, den Damen gleich einen eigenen Abend zu widmen: "Ein Stück für Frauen" heißt es im Untertitel - "oder ein Stück, das nicht gelungen ist". Und damit hat der erfolgreiche russische Theatermacher nicht so unrecht, so sehr es einstige kosmische Ausflüglerinnen auch schmerzen mag.
Die Inszenierung war zwar gewohnt zurückgenommen und in ihrer rührenden Schlichtheit überzeugend - die kongeniale Simultanübersetzung von Stefan Schmidtke legte sich wieder samtig über die Gehörgänge. Auch Grischkowez' lässige Unaufgeregtheit, seine sanfte Demontage der Theaterillusionen gelang - und der daraus resultierende Zauber schwebte im Raum.
Aber das Stück, besser gesagt, die Idee dahinter, sperrte sich dem Verständnis: Als ehemaliger Matrose wühlte sich Grischkowez durch Bücher über Kriegsschiffe, "Dreadnaughts", im Ersten Weltkrieg - und bespricht diese "Heldentaten" nun lang und breit. Ziemlich retro. Auch vor dem aktuellen Kriegshintergrund wirken diese Männergeschichten altmodisch - macht doch der Krieg heute fast keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern. Warum diese Bücher also gerade Frauen lesen sollten, noch dazu, um ihre Partner besser zu verstehen, bleibt im skeptischen Dunkeln. Ein Klischee, das eines Grischkowez nicht würdig ist. Es bleibt leider nur die Hoffnung auf nächstes Jahr. sp