Medien 2004: Pro7 fensterlt, Graz wird digital, Puls City startet

Im Jahr 2004 soll Wien sein Ballungsraum-TV erhalten, Pro7 öffnet ein Programmfenster, ATVplus geht ins zweite Jahr - und der Gesetzgeber plant Neues.

In Deutschland werden zum Jahreswechsel bereits 20 Jahre Privatfernsehen gefeiert. Die Österreicher haben lange über den Zaun gelugt - und versuchen es jetzt selber: Unser bundesweiter Privater ging vor einem halben Jahr auf Sendung. Auch das Privatradio ist erst fünf Jahre alt - mit insgesamt 1,5 Millionen Hörern konnte es den ORF-Radios (5,4 Millionen Hörer laut Radiotest 1. Halbjahr 2003) nicht den Rang ablaufen.

Für 2004 hat Medienstaatssekretär Franz Morak (VP) eine Novelle des Privatradio-Gesetzes angekündigt, die Erleichterungen für Senderverbände (wie "Kronehit") mit sich bringen soll - sie sollen künftig wie ein bundesweites Radio agieren dürfen, indem zum Beispiel die Beschränkung der Sendezeit für Mantelprogramme fällt. Auch das Privat-TV-Gesetz soll novelliert werden: die "Must-Carry"-Regelung für Kabelbetreiber soll verstärkt werden, damit mehr Sender einen Fixplatz im Kabel erhalten (derzeit müssen nur ORF1, ORF2 und ATVplus eingespeist werden).

Am 1. Juni 2003 startete ATVplus mit mäßigen Quoten auf den vom ORF und der deutschen Konkurrenz besetzten Markt. Doch der Mini-Sender mausert sich mit schrägen Stars wie der Lugner-Family, Hermes Phettberg oder - ab 8. Jänner - humoristischen News mit Dieter Chmelar zur beachteten Alternative.

Für das zweite Quartal 2004 hat der Wiener Ballungsraum-Sender "puls city tv" seinen Sendestart angekündigt. Bereits am 26. Jänner wird aus den "puls"-Studios im Museumsquartier gesendet: Da geht das neue Österreich-Fenster von Pro7 auf Sendung. Die 15-minütigen "Austria News" (täglich um 20 Uhr) wurden als "neuartiges Nachrichtenformat" für jüngere Zuschauer angekündigt - und werden von "puls city tv" produziert. Ebenfalls neu 2004: Vox öffnet ein Werbefenster.

Mit Spannung erwartet wird der dreimonatige Testbetrieb für digitales, mit Antenne empfangbares Fernsehen, der im April 2004 in 150 Grazer Haushalten anläuft. Seit November steht der "Digitale Masterplan", nach dem die Umstellung auf digitalen Antennen-Empfang erfolgen soll: Bis Ende 2004/Anfang 2005 soll ein Betreiber für die zwei "Multiplexer" gefunden werden, die das TV-Signal bearbeiten und verbreiten. Der Regelbetrieb wird erst 2007 aufgenommen.

Der ORF widmet dem Sonderprojekt Digitalisierung einen Teil seines Budgets - das durch die Gebührenerhöhung um 8,2 Prozent um über 30 Millionen Euro aufgefettet wird. Geld, das nicht nur dem österreichischen Steuerzahler zugute kommt: ORF-Generaldirektorin Monika Lindner will im ersten Halbjahr 2004 das Projekt "ORF2 free 2 air" starten - über die unverschlüsselte Ausstrahlung von ORF2 via Satellit dürfen sich Interessenten in ganz Europa freuen.

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