"Premiere": Erfolg mit Österreich-Mix

12.000 Abos hat Premiere Austria mit seinem Mix fürs heimische Publikum dazugewonnen. 60.000 Pay-per-View-Bestellungen, vom Porno bis zum Blockbuster, stimmen Österreich-Chef Thomas Mischek zufrieden.

Am Nationalfeiertag 2002 ging Premiere Austria, der Österreich-Ableger von Premiere World, auf Sendung. Mit einem Österreich-Talk (Wolfgang Schwelle holt Prominente aller Lager, von Kurt Krenn bis Erika Pluhar, vor die Kamera), mit heimischen Spielfilmen, Österreich-Sport und Vollerotik, wie sie Premiere in Deutschland so drastisch nicht senden darf.

138.000 Abos zählte das nach der Kirch-Insolvenz angeschlagene Pay-TV an jenem 26. Oktober in Österreich. Im Jänner waren es laut Premiere-Austria-Chef Thomas Mischek bereits 150.000. Sein Rezept: "Wir stellen das Programm für den österreichischen Markt komplett neu zusammen." Statt Premiere Start gibt es das speziell auf den rot-weiß-roten Geschmack abgestimmte Premiere Austria. "Es ist der Mix, der es ausmacht", glaubt Mischek. Von Eishockey bis zur österreichischen Bundesliga, von heimischen Spielfilmen und Blockbustern bis zum täglichen Fenster, zu Discovery-Channel und Fox-Kids. Noch heuer will Mischek "vier, fünf Formate" haben, die - wie "Schwelle am Puls" - in Wien für Premiere Austria gemacht werden.

Um den Break-Even zu erreichen, braucht der Sender 200.000 bis 220.000 Abonnenten. "Unser Ziel ist, die erste Marke noch heuer zu erreichen." Ganz genau lasse sich das Überschreiten der Gewinnschwelle aber nicht prophezeien. Mischek: "Das liegt auch an der Nutzung der Zusatzangebote." Im Pay-per-View-Verfahren gibt es Fernsehen auf Abruf. Filme, Sport-Events und Erotik-Programme können so gegen Aufpreis bestellt werden.

60.000 Bestellungen werden derzeit pro Monat verzeichnet, "eine ganz schöne Zahl". Dabei stehen nicht nur Pornos hoch im Kurs, sondern auch "Der Schuh des Manitu" in einer Directors-Cut-Version. Das gebe dem Programm "Erlebnis-Charakter", so Mischek: "Das klassische Fernsehen sind wir ja nicht."

Digital-TV kostet Kunden

Dennoch will man auf klassische Einnahmequellen nicht ganz verzichten: Premiere wird künftig verstärkt Werbung machen. "Das darf man sich nicht vorstellen wie im Free-TV", schränkt Mischek ein: "Keine Unterbrecher. Keine Blöcke." Das würden die Abonnenten nicht akzeptieren. Bekommen werden sie "ab und zu eine Marketing-Aktion mit unterhalterischem Wert". Die Vorgaben aus München sind hart: Premiere-World-Chef Georg Kofler will, daß die Tochter in Wien "zehn Prozent des Umsatzes von Premiere Deutschland bringt".

Das Projekt ist jedenfalls "super angelaufen", meint Mischek - und weiß, daß ihm demnächst ein herber Rückschlag ins Haus steht: Ende Februar wird Premiere die analoge Ausstrahlung beenden und ab 1. März nur noch digital empfangbar sein. "Da werden wir vier- bis fünftausend Abonnenten verlieren."

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