Radiotest: Stabiler Markt, partieller Schwund

Die Privatradios verlieren in der werberelevanten Zielgruppe. Die ORF-Radios gewinnen Marktanteile. Radio Arabella überholt Radio Energy.

Alles halb so wild. Wenig spektaku lär, bis auf ein paar bedauernswer te Ausnahmen, zeigt sich der Ra diotest für das erste Halbjahr 2003. Der österreichische Radiomarkt präsentiert sich ziemlich stabil. Beim ORF kann man sich freuen: Insgesamt erreichten die ORF-Radios knapp 5,4 Millionen Hörer. Die österreichischen Privatradios wurden von 1,5 Millionen Österreichern gehört. Die Tagesreichweite der ORF-Radios (zeigt, welche Sender von den Österreichern ab zehn Jahren mindestens 15 Minuten gehört wurden) ist leicht rückläufig - sie fiel von 76 Prozent im ersten Halbjahr 2002 auf 75,3 Prozent. Der Marktanteil (zeigt die Verweildauer beim Radiohören) konnte jedoch von 82 auf 83 Prozent leicht gesteigert werden. Ö1 konnte zulegen: Mit 8,3 Prozent Tagesreichweite (8,2 im Vorjahr) hörten mehr Menschen als je zuvor den Sender. Die Werte von FM4 sind ebenfalls die höchsten seit Bestehen des Senders (3,9 Prozent Reichweite, 3,8 im Vorjahr). Die Leitkuh der ORF-Radios, Ö3, kann zwar nur leicht in der Reichweite zulegen, von 41,3 Prozent im Vorjahr auf 41,9 Prozent. Der Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen ist mit 52 Prozent allerdings der höchste seit fünf Jahren, seit Bestehen der Privatradios. Teilweise starke Einbrüche mussten die ORF-Regionalradios hinnehmen (Ö2 Steiermark fiel beispielsweise von 40,4 Prozent Reichweite auf 37,9; Ö2 Vorarlberg von 40,6 auf 35,8 Prozent).
Die Privatradios erlitten in Gesamtösterreich Einbußen: Die Tagesreichweite in der für die Privaten wichtigen, von der Wirtschaft umworbenen Zielgruppe (14 bis 49) fiel von 28,7 auf 27,4 Prozent. Ziemlich erwischt hat es KroneHit, das in Wien von 4,7 Prozent Reichweite auf 3,6 rutschte. KroneHit-Geschäftsführer Martin Zimper ist darüber zwar nicht erfreut, aber doch erleichtert: "Wir haben, damals noch mit dem alten Format, im ersten Quartal sehr viel verloren. Deshalb bin ich eigentlich zufrieden, weil ich es mir viel schlimmer vorgestellt habe." Seit der Formatumstellung im April gewinne man "täglich Hörer dazu". Weshalb Zimper auch im Radiotest für die zweite Jahreshälfte mit einer "deutlichen Verbesserung" der Werte rechnet.

Auch Radio Energy in Wien konnte den kontinuierlichen Schwund an Reichweite (von 9,6 auf 7,6 Prozent) nicht stoppen. Geschäftsführer Oliver Böhm weist darauf hin, dass der Sender in der Gunst der 14- bis 49-jährigen Hörer immer noch vor allen anderen Wiener Privatsendern liege (mit 10,7 Prozent; 14,3 im Vorjahr). Trotzdem werde man nun mit mehr Werbung daran arbeiten, neue Hörer zu gewinnen, so Böhm.

Radio Arabella, das auf "Super-Oldies und Mega-Schlager" setzt, konnte stark zulegen (11,8 Prozent, im Vorjahr 8,1) und Energy am Gesamtmarkt (aller über zehn Jahre) als reichweitenstärkster Sender in Wien überholen - wenn auch nicht bei den wichtigen 14- bis 49-jährigen. Arabella-Sprecherin Marie-Therese Trezek freut sich: "Wir haben, wenn man die ganzen Hörer nimmt, alle anderen Privaten überholt." Und das mit "sehr schmalem Budget".

Insgesamt wurde in Österreich weniger Radio gehört, die Gesamtreichweite fiel von 84,6 Prozent auf 83,4.

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