"Wienerin": Wider den Diäten-Wahn

Die "Wienerin" setzt eine Aktion gegen "kranke" magersüchtige Vorbilder - und macht notfalls Models in der Paint-Box ein wenig fülliger.

"Magersucht ist kein körperliches Ideal, sondern eine Krankheit." Mit scharfen Worten schreibt die "Wienerin" in ihrer Dezember-Ausgabe gegen den Schlankheitswahn, der ausgerechnet von jenen Branchen hoch gehalten wird, von denen Frauenzeitschriften so ihr Auskommen finden: Kosmetik- und Modeindustrie zeigen oft knochige Frauen als Vorbild. "Wir haben auch schon Models in der Paint-Box etwas dicker gemacht", gesteht Chefredakteurin Veronika Pelikan im Gespräch mit der "Presse". Für die hauseigenen Fotografen gelte schon seit längerem das Credo, dass die Models nicht zu dünn sein dürfen. In der aktuellen Ausgabe findet sich nun ein öffentliches Bekenntnis der Redaktion: "Wir verpflichten uns als erstes Frauenmagazin Österreichs öffentlich, für unsere Stories keine Mädchen zu beschäftigen und abzubilden, die eindeutig untergewichtig sind und vermutlich unter Essstörungen leiden."

Pelikan findet es erschütternd, dass fast jedes zweite Mädchen im Alter von 13 Jahren bereits mit Diäten experimentiert - das sei ein Auftrag zu handeln. "Wir wollen die Magerkeit nicht länger als ästhetisches Ideal hoch halten." Weshalb man in der Wienerin auch vergeblich nach Diäten sucht: "Viele haben sowieso nur einen Jo-Jo-Effekt."

Cover-Fotograf Christian Maricic meint, die "dürren Kleiderständer" von Models würden von den Modeschöpfern deshalb ausgesucht, damit "nicht die Frau, sondern die Mode im Vordergrund steht". Pelikan pflichtet ihm bei: "Eine üppige Frau hat eine sinnliche Ausstrahlung - das soll am Laufsteg vermieden werden." Was sie Frauen abseits der Modeindustrie rät? "Man sollte sich wohl fühlen, um Lebensfreude zu zeigen - das hat mit Kilos nichts zu tun."

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