Rechnungshof: Weitersuchen!

Der Rechnungshof legt seine Prüfergebnisse vor und der einfache Steuerzahler darf wieder einmal staunen.

Der Rechnungshof legt seine Prüfergebnisse vor und der einfache Steuerzahler darf wieder einmal staunen: Über unverschämte Spesenritter, undurchsichtige Auftragsvergaben an Personalberater und Traumgehälter - diesmal im Bereich der staatsnahen Industrie und der Infrastrukturbetriebe. Einzelne Absurditäten muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wie etwa jene, dass die ÖBB die Kosten tragen muss, wenn der Autobahnbetreiber Asfinag einen Personalberater engagiert. Wie ernst soll man da noch Versicherungen nehmen, die ÖBB seien ein ganz normales Unternehmen? Und für wie kompetent soll man die Verkehrsministerin halten, die solchen Unsinn angeordnet hat?

Dabei hat der Rechnungshof ja nur einen kleinen Aspekt der Geschäftstätigkeit dieser Unternehmen untersucht. Sicher: Der parteipolitisch motivierte Austausch der Führungsspitze in einem guten Dutzend staatsnaher Unternehmen hat Geld gekostet. Aber die wirklich großen Summen wären anderswo zu holen: Was kostet es beispielsweise, dass die ÖBB in punkto Produktivität hinter anderen Bahnen deutlich herhinkt?

Und was die ÖIAG betrifft: Die Honorare an die Personalberater machen nur einen geringen Teil der gesamten Beratungshonorare aus. Ob da alles, was sich der - wie wir seit dem Rechnungshofbericht wissen - bestens bezahlte Vorstand an Consultingleistungen einkauft, wirklich so sinnvoll ist? Der Rechnungshof hat noch ein weites Betätigungsfeld.

martin.fritzl@diepresse.com

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