Landeskaiser - jetzt auch prozentmäßig

Man muss weit zurück in die Vergangenheit gehen, um ein ähnliches Ergebnis zu finden. 1987 schaffte Helmut Zilk für die SPÖ in Wien zum letzten Mal, was an diesem Sonntag Erwin Pröll und seinen Parteifreunden gelang: Mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich zu vereinen. Damit wird aus dem Landesfürsten Erwin Pröll endgültig der Landeskaiser, als der er ohnehin bisher schon agierte. Der Erfolg des VP-Landeshauptmanns liegt vor allem in der Schwäche seiner Gegner. Wenn eine Spitzenkandidatin wie Heidemaria Onodi, die nun wirklich kein vor Charisma strotzendes Zugpferd ist, der SPÖ einen Gewinn von mehr als vier Prozentpunkten bescheren kann, was hätte ein ernsthafter SP-Konkurrent aus dem von der FPÖ verspielten Wählerpotenzial machen können.

Pröll hat mit diesem Ergebnis auch geschafft, wovon er sich eigentlich distanzieren wollte: Er hat Wolfgang Schüssel und der Bundes-VP den Rücken gestärkt.

Für das Land unter der Enns geht es jetzt darum, ob die ÖVP in den kommenden fünf Jahren mit ihrer absoluten Mehrheit tatsächlich so demütig umgeht, wie sie es angekündigt hat - oder ob das Land gestern endgültig den Schritt ins schwarze Fürstentum tat.

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