DIE "PRESSE"-MEINUNG
Der Leiter der ÖBB-Finanzabteilung sieht kein Problem darin, 200 Millionen Euro im Jahr einzusparen. Egal, ob man seinen Vorschlag nun aufgreift oder nicht: Die Aussage allein zeigt, daß beim Moloch ÖBB einiges zu holen wäre. Das ist auch kein Wunder, wenn man die Finanzströme der Bahn kennt. Wenn der Aufwand für den Betrieb des Schienennetzes automatisch vom Staat abgedeckt wird, besteht klarerweise gar kein Anreiz, dort zu sparen. Wer das Geld automatisch zugewiesen bekommt, hat kein Interesse daran, alle Effizienzpotentiale zu nutzen. Noch bedenklicher ist der aufgeblähte Personalstand. Während der Fahrbetrieb - also das eigentliche Kerngeschäft der ÖBB - schon recht schlank aufgestellt ist, versucht das Unternehmen krampfhaft, Fremdaufträge in Randbereichen - wie für Bautrupps und Werkstätten - hereinzuholen. Hier trotz der Pragmatisierung einzugreifen wird der eigentliche Knackpunkt einer ÖBB-Reform sein.